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Kommentar Mit der Verschiffung von Wohlstandsmüll muss endlich Schluss sein

Für Deutschland ist es nicht genug, sich als Meister im Mülltrennen zu fühlen. Plastikabfall muss generell reduziert und wiederverwendbar werden.
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Industrienationen exportieren tonnenweise Abfall ins Ausland – wo er sich im Meer verteilt. Quelle: dpa
Plastikmüll

Industrienationen exportieren tonnenweise Abfall ins Ausland – wo er sich im Meer verteilt.

(Foto: dpa)

Die Welt ist voller Plastik. Plastik ist im Alltag von Menschen omnipräsent, es steckt in Lebensmittelverpackungen, Kosmetik, Spielzeug, Smartphones. Jährlich werden weltweit über 400 Millionen Tonnen Plastik hergestellt, Tendenz steigend.

Schätzungen zufolge ist die Hälfte aller Produkte nach weniger als einem Monat Abfall, von Langlebigkeit keine Spur. Das betrifft vor allem Verpackungen, in denen mehr als ein Drittel der hergestellten Kunststoffe steckt. Die steigende Nachfrage nach Plastik führt zu Problemen bei der Entsorgung – und hier beginnt die ganze Scheinheiligkeit vor allem der Industrieländer rund um das Thema Recycling.

Es ist eben nicht genug, sich wie in Deutschland als Meister im Mülltrennen zu fühlen. Es reicht eben nicht aus, den Abfall in gelbe, grüne und blaue Tonnen zu sortieren. Im Idealfall entstünde ein Kreislauf, in dem nichts verschwendet, sondern der meiste Abfall neu verwendet wird.

Doch tatsächlich landet nur ein Bruchteil des Abfalls in den Recyclinganlagen, in denen Abfälle wiederaufbereitet werden. Nicht einmal zehn Prozent des jemals produzierten Kunststoffs sind recycelt worden, heißt es im jüngst veröffentlichten Plastikatlas der Umwelt- und Naturschutzorganisation BUND und der Heinrich-Böll-Stiftung. Ein verheerend niedriger Prozentsatz.

In Deutschland ist der Anteil größer, doch auch hier verschwindet ein großer Teil in den Müllverbrennungsanlagen und wird, immerhin, für die Gewinnung von Strom und Wärme genutzt. Nicht hinzunehmen ist aber, dass Industrieländer tonnenweise und mitunter falsch deklarierten Abfall ins Ausland exportieren. Denn dort wird er selten verbrannt. Öfter türmt er sich zu Deponien oder verteilt sich in die Weltmeere.

Künftig muss Plastik vor allem in Verpackungen reduziert und ein höherer Anteil sollte neu verwendet werden. Mit der Verschiffung von Wohlstandsmüll muss endlich Schluss sein.

Mehr: Große Chemieunternehmen haben durch ihren produzierten Plastikmüll zunehmend ein Imageproblem. Einige Konzerne haben reagiert und eine Allianz gegen Umweltverschmutzung ins Leben gerufen.

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