Kommentar Mit Emirates und Etihad würde zusammenkommen, was längst zusammengehört

Noch dementieren die arabischen Airlines einen Zusammenschluss. Doch dieser wäre durchaus sinnvoll: So könnten die Rivalen ihre Zukunft sichern.
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Voll auf Kurs – die staatliche Fluggesellschaft Dubais plant anscheinend eine Übernahme des Konkurrenten Etihad. Quelle: Bloomberg
Emirates

Voll auf Kurs – die staatliche Fluggesellschaft Dubais plant anscheinend eine Übernahme des Konkurrenten Etihad.

(Foto: Bloomberg)

Es gibt Dementis, die wirken unglaubwürdig, obwohl sie zum Zeitpunkt ihrer Verbreitung durchaus den Fakten entsprechen. In diese Kategorie könnten die Statement der Airlines Emirates und Etihad gehören. Beide weisen Berichte zurück, wonach Emirates sich den Flugbetrieb von Etihad einverleiben will.

Einerseits fällt es schwer, den Dementis aus Dubai (Emirates) und Abu Dhabi (Etihad) zu glauben. Denn die Logik einer solchen Übernahme ist bestechend. Beide Airlines gehören zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Beide agieren in einem vergleichbaren Markt – sie umwerben mit einem Premiumprodukt Kunden fern der Heimat, also etwa in Europa.

Denn vor der eigenen Haustür ist das Potenzial für ihre ehrgeizigen Wachstumspläne schlicht viel zu klein. Und die Heimatflughäfen beider Gesellschaften liegen weniger als 200 Kilometer auseinander – in der Luftfahrt eine zu vernachlässigende Distanz. Mit Emirates und Etihad würde zusammenkommen, was längst zusammengehört.

Andererseits gibt es Einiges, was einem solchen Zusammenschluss im Weg steht. Es sind Menschen, die darüber entscheiden, und die handeln nicht immer rational. Im Fall der Golf-Airlines sind die handelnden Personen Mitglieder zweier Herrscherfamilien, die ein respektables Selbstbewusstsein haben und deren Verhältnis komplex ist.

Abu Dhabi hat viel Öl und viel Geld. Dubai hat von beidem weniger, aber sehr früh und erfolgreicher als Abu Dhabi Geschäfte jenseits des Öls aufgebaut, etwa den Tourismus und die Luftfahrt. Das Konkurrenzdenken zwischen beiden Emiraten ist groß.

Deshalb ist es gut möglich, dass die Zurückweisung der Berichte der aktuellen Realität entspricht. Zumal nur die Existenz konkreter Übernahmepläne dementiert wurde, nicht aber die Tatsache, dass es vielleicht erste Gespräche gegeben hat. Für die spricht vieles – vor allem der Fakt, dass Etihad wirtschaftlich angeschlagen und auf der Suche nach der eigenen Zukunft ist.

Noch – so lässt sich das Dementi wohl interpretieren – ist der Leidensdruck aber nicht groß genug, um die rivalisierenden Herrscherfamilien zu einen. Fest steht: Eine enge Verbindung und Abstimmung der Flugbetriebe von Emirates und Etihad sind die einzige Antwort auf die Frage, wie man die eigene Zukunft langfristig sichert – in Abu Dhabi und in Dubai.

Es ist strategisch sinnlos, die Jets beider Fluggesellschaften mit identischen Zielen und derselben Strategie in die Luft zu schicken. Für die Beteiligten in Dubai und Abu Dhabi heißt das: Sie müssen jetzt einen gesichtswahrenden Weg finden, um die enge Verzahnung ihrer Airlines möglich zu machen. Es gibt die Hoffnung, dass das auch gelingen kann. Denn auch am Persischen Golf ist mittlerweile mehr Rationalität eingekehrt.

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