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Kommentar Mit ihrer Vergütungspraxis im Vorstand macht sich die Deutsche Bank lächerlich

Die Vergütung der Deutschen Bank orientiert sich an den jeweiligen Zielen der Vorstände. Doch diese können auch anders zu Top-Verdienern werden.
2 Kommentare
Deutsche Bank: Vergütung orientiert sich an den Zielen der Vorstände Quelle: Bloomberg
Deutsche Bank

Vorstände, die zusätzliche Aufgaben übernehmen, bekommen eine Funktionszulage.

(Foto: Bloomberg)

FrankfurtBonuszahlungen sind spätestens seit der Finanzkrise in Verruf geraten. Es gibt aber auch Fälle, in denen ein Bonus entlarvend sein kann. Bei der Deutschen Bank etwa klaffen im Vorstand Gehaltsanspruch und Leistungswirklichkeit weit auseinander.

Das zeigt eine Analyse der individuellen Boni, die an persönliche Ziele der Vorstände gekoppelt sind. Sie sind nur eine Komponente im Gehaltspaket, aber die ehrlichste.

Der Blick auf die Resultate der Vorstände ist ernüchternd: Das höchste Gehalt hat 2018 nicht der erfolgreichste Vorstand erhalten, sondern eines der beiden Schlusslichter. Investmentbanking-Vorstand Garth Ritchie, der Topverdiener des Gremiums, hat seine persönlichen Ziele nur zu 80 Prozent erreicht.

Dank einer umstrittenen Funktionszulage verdiente er dennoch mehr als seine Kollegen, die ihre Ziele zum Teil deutlich übererfüllten, inklusive Spitzenreiter Christian Sewing.

Dieses Ergebnis gibt allen Kritikern recht, die die Deutsche Bank schon immer als Selbstbedienungsladen für anspruchsvolle Investmentbanker verspottet haben. Schließlich verdient Ritchies Sparte seit Jahren zu wenig und ist Teil des Profitabilitätsproblems der Bank.

Dass der persönliche Bonus andeutet, wie sehr Ritchie von den Erwartungen an ihn abweicht, macht die Sache nur noch schlimmer. Die Signalwirkung ist verheerend. Denn mit „Leistung aus Leidenschaft“, dem alten Slogan der Bank, hat dieses Resultat wenig zu tun.

Zu Ritchies persönlichen Zielen zählt unter anderem, er solle die „interne Kultur“ in seiner Sparte verbessern. Wie der Südafrikaner diese Rolle glaubwürdig ausfüllen soll, bleibt das Geheimnis des Aufsichtsrats, der das Gehaltspaket abgesegnet hat. Spätestens im Falle einer Commerzbank-Übernahme muss sich diese Vergütungspraxis ändern.

Nicht nur, weil Ritchie fast so viel verdient hat wie der gesamte Commerzbank-Vorstand. Sondern auch, weil die Bank andernfalls nicht Zehntausende Jobs abbauen kann, ohne zynisch zu wirken.

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2 Kommentare zu "Kommentar: Mit ihrer Vergütungspraxis im Vorstand macht sich die Deutsche Bank lächerlich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Bonussysteme die unabhängig von Betriebsergebnissen funktionieren sind genauso absurd wie Arbeitsplatzgarantien in Zeiten, wo die Geschwindigkeit des Wandels als Maßstab des Erfolges gilt.
    Leistungsfähigkeit und Leistungswilligkeit sind langfristig so nicht zu erkaufen und gute Leute will das Unternehmen jedenfalls behalten ohne den Mühlstein der Arbeitsplatzgarantien, die Motivation und gute Leistung erübrigen.
    Schlimm, wenn die Bank sich mit mehrere Kapitalerhöhungen retten lässt, die Aktionäre dabei jedes Mal zu dummen Verlierern macht und unfähig bleibt, ordentlich zu wirtschaften, so wie es andere Banken seit der Finanzkrise längst tun.

  • "Bei der Deutschen Bank etwa klaffen im Vorstand Gehaltsanspruch und Leistungswirklichkeit weit auseinander." ABSOLUT RICHTIG!
    "Deutsche Bank schon immer als Selbstbedienungsladen für anspruchsvolle Investmentbanker verspottet haben" Das hat nichts mit SPOT zu tun, das beschreibt die LEBENSWIRKLICHKEIT vor allem der amerikanischen Investmentbanker.
    "die Bank andernfalls nicht Zehntausende Jobs abbauen kann, ohne zynisch zu wirken." Die Deutsche Bank schüttet jährlich mehrere Milliarden an Boni aus, obwohl sie mickrige Gewinne oder sogar Verluste einfährt! Das IST zynisch!
    Die Höhe der Boni ist mehr als 10% des Unternehmenswertes - auch das IST zynisch!