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Kommentar Mit Kims Wahl hat die westlich-demokratische Allianz Rettungsarbeit geleistet

Ein Schulterschuss des Westens hat die Polizeibehörde Interpol vor dem Schlimmsten bewahrt.
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Kim Jong Yang aus Südkorea ist der neue Präsident von Interpol Quelle: dpa
Beinahe wurde der russische General zum Präsidenten gewählt

Kim Jong Yang aus Südkorea ist der neue Präsident von Interpol

(Foto: dpa)

Wie glaubhaft ist eine internationale Polizeiorganisation, deren Präsident im September quasi über Nacht verschwindet? Angeblich wurde Meng Hongwei in seinem Heimatland China wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet, doch seine Ehefrau, die seit zwei Monaten nichts von ihm gehört hat, befürchtet, dass er tot ist. Was unternimmt Interpol selbst? Schweigt und lässt einen neuen Präsidenten wählen.

Am Mittwoch hätte die Organisation ihre Glaubwürdigkeit dann fast komplett verloren. Beinahe hätten ihre 192 Mitglieder den russischen General Alexander Prokoptschuk zum neuen Präsidenten gewählt. Russland und insbesondere Prokoptschuk, einer von drei Vize-Präsidenten von Interpol, wird seit Längerem vorgeworfen, die internationalen Ersuchen um Festnahmen, genannt Red Notices, zu missbrauchen, um politische Gegner und Dissidenten zu verfolgen.

Im letzten Moment machte eine Allianz aus westlichen Staaten, allen voran die USA und Großbritannien, glücklicherweise Druck gegen den russischen Anwärter. Sie schafften es, dass sich eine klare Mehrheit der Mitglieder für den Gegenkandidaten Kim Jong Yang aus Südkorea entschied.

Es ist ein hoffnungsvolles Zeichen dafür, dass ein Schulterschluss gleichgesinnter Demokratien auch in Zeiten global aufbrechender Allianzen Schlimmstes verhindern kann. Es ist ein wichtiges Signal gegen die Unterwanderung der Behörde durch autokratische Staaten.

Die Ukraine hatte bereits mit ihrem Austritt aus Interpol gedroht, sollte ein Russe Präsident werden. Und erste Stimmen hatten gar einen massenhaften Austritt westlicher Staaten aus Interpol und den Aufbau einer neuen Polizeiorganisation gefordert.
Mit der Wahl Kims hat die westlich-demokratische Allianz Rettungsarbeit geleistet. Um das Vertrauen in die internationale Strafverfolgung und Interpol zu stärken, muss sich die Behörde nun reformieren – und zuallererst den Missbrauch der Red Notices angehen.

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