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Kommentar Mit Kramp-Karrenbauer darf es keinen Machtwechsel in Zeitlupe geben

Taktieren, auf den richtigen Zeitpunkt warten: So funktioniert Politik. Bei der Übergabe des Kanzleramts darf sich die CDU keine Verzögerung erlauben.
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Gehen die Europawahl und die Landtagswahlen in Ostdeutschland schlecht aus für die CDU, dürfte die Debatte um AKK wieder losgehen. Quelle: dpa
Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer

Gehen die Europawahl und die Landtagswahlen in Ostdeutschland schlecht aus für die CDU, dürfte die Debatte um AKK wieder losgehen.

(Foto: dpa)

Den richtigen Zeitpunkt schlechthin gibt es nicht – vor allem wenn es um die Übergabe der Kanzlerschaft von Angela Merkel an Annegret Kramp-Karrenbauer geht. Es lassen sich immer Gründe finden, warum es gerade jetzt nicht passt. Die Merkel-Unterstützer argumentieren mit den verschiedensten Terminen und Aufgaben, um das Ereignis nach hinten in Richtung Bundestagswahl 2021 zu schieben.

In Zeiten des Brexits brauche man Stabilität; und im kommenden Jahr stehe die deutsche EU-Ratspräsidentschaft an, da sei eine international erfahrene Kanzlerin nötig. Das ist alles richtig und doch auch gleichzeitig falsch.

Ein Machtwechsel in Zeitlupe ist eben ein schwieriges Unterfangen. Viele Politiker haben schlechte Erfahrungen damit gemacht. Wolfgang Schäuble etwa wartete lange auf den richtigen Moment und wollte das Kanzleramt angetragen bekommen – Helmut Kohl blieb dann doch, und Merkel ist immer noch Kanzlerin. Bei Annegret Kramp-Karrenbauer ist die Situation zwar eine andere, da Merkel den Parteivorsitz schon abgegeben hat und bei der nächsten Wahl nicht mehr antritt.

Doch eines ist auch klar: In der Politik kann ein Tag wie eine Ewigkeit sein. Die CDU ist eine Machtmaschine, im Sport am ehesten mit dem FC Bayern zu vergleichen. Schwächelt die Mannschaft, wackelt sofort der Trainer. Übertragen auf die Politik heißt das: Gehen die Europawahl und die Landtagswahlen in Ostdeutschland schlecht aus, geht die Debatte über die neue CDU-Vorsitzende und ihre Verantwortung für die möglichen Niederlagen wieder los.

AKK hält ihre Konkurrenten in Schach

Die Debatte über den Machtwechsel reißt ohnehin nicht ab, auch wenn die Union und Kramp-Karrenbauer sie tief hängen wollen. SPD-Chefin Andrea Nahles und Vizekanzler Olaf Scholz pfeifen ihre zweite Reihe nicht zurück, die schon mal damit droht, Kramp-Karrenbauer nicht zur Bundeskanzlerin einer GroKo wählen zu wollen.

Und der Politikfuchs Sigmar Gabriel stichelt ebenfalls gegen die ungeklärte Machtfrage in der Union: „Ich persönlich glaube nicht, dass Angela Merkel so dumm ist, Annegret Kramp-Karrenbauer zweieinhalb Jahre wie so einen Pudel neben sich herlaufen zu lassen“, sagte Gabriel kürzlich.

Im Moment hält Annegret Kramp-Karrenbauer all ihre Konkurrenten, auch die innerparteilichen wie Friedrich Merz oder Armin Laschet, in Schach. Aber wie lange noch? Wenn die Macht greifbar ist, muss man handeln und darf nicht zögern. Beim Kampf um den Parteivorsitz hat Kramp-Karrenbauer gezeigt, wie das geht. Am Tag des Rückzugs von Angela Merkel als Parteivorsitzende hat sie keine Minute gebraucht, ihren Hut in den Ring zu werfen. Es gab andere in der CDU, die haben sich zu Tode taktiert.

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  • Sehr geehrter Herr Sigmund,

    Ihren Grundgedanken stimme ich zu. Aber um einen König zu stürzen, braucht man wohl einen Grund. Der Grund kann natürlich auch vorgeschoben sein. Aber wenn man einfach nur ins Kanzleramt einzieheh möchte, bringt man wohl keine Mehrheiten hinter sich.

    Am ehesten vorstellbar erscheint mir, dass AKK ihre Zurückhaltung aufgibt und bei allen politischen Diskussionen ihre eigene Position offensiv vertritt. Ein Beispiel dafür ist Macrons Brief an die Bürger Europas. Die Antwort darauf in Form einer Präsentation der eigenen Vorstellungen wurde nicht von Frau Merkel, sondern von AKK gegeben. In dem Beispiel war es AKK, die die Konturen der deutschen Politik bestimmt hat. Ob sie das von außer- oder von innerhalb des Kanzleramtes tut, scheint mir von nachgeordneter Bedeutung zu sein.