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Kommentar Mit Russland hat sich die Opec einen falschen Freund im Ölmarkt ausgesucht

Das Bündnis „Opec+“ erreicht beim Ölpreis ihre Grenzen. Um die Preise zu treiben, muss die Opec einschreiten – doch sie ist schwächer, als sie denkt.
18.11.2018 - 16:28 Uhr Kommentieren
Schon jetzt hält sich Russland nicht an die im Frühsommer mit der Opec beschlossene Förderquote. Quelle: dpa
Ölpreis

Schon jetzt hält sich Russland nicht an die im Frühsommer mit der Opec beschlossene Förderquote.

(Foto: dpa)

Autofahrer können sich freuen: Die Ölpreise setzen trotz des nahenden Winters zum Sinkflug an. Die Ölläger in den Vereinigten Staaten sind voll. Die Produktion bewegt sich dank des US-Schieferöls auf Rekordniveau. Ein Ende des Booms in den USA ist wegen immer effizienterer Technologie bei der Ölförderung nicht in Sicht. Die Folge ist eine tektonische Verschiebung der Marktmacht im Ölmarkt.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat längst darauf reagiert. Das Ölkartell hat eine Allianz mit Russland und zehn weiteren Nicht-Opec-Staaten gebildet, um weiterhin den Ölpreis bestimmen zu können. „Opec+“ heißt das Bündnis in der Branche.

Doch die ungleiche Allianz stößt nun an ihre Grenzen. Wenn es nach dem Opec-Schwergewicht Saudi-Arabien und den Golfstaaten geht, wird auf der nächsten Konferenz des Ölkartells am 6. Dezember in Wien eine Produktionskürzung von mindestens einer Million Barrel (159 Liter) pro Tag beschlossen. Russland hingegen kann mit einem Preis von annähernd 70 Dollar pro Fass für die Nordseesorte Brent bestens leben.

Auch Ölkonzerne haben damit kein Problem. Beispielsweise fördert die OMV das Barrel Rohöl nach eigenen Angaben für weniger als sieben Dollar. Schon jetzt hält sich Russland nicht an die im Frühsommer mit der Opec beschlossene Förderquote. Es fördert deutlich mehr Öl als ursprünglich vereinbart. Schließlich steht und fällt die russische Volkswirtschaft mit den Energieexporten.

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    Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass der russische Präsident Wladimir Putin bislang nur ausweichend auf die Frage reagiert, ob sein Land Anfang Dezember eine Produktionskürzung mit der Opec unterstützen werde.

    Putin kann sich großzügige Freundschaftsdienste gegenüber der Opec auf Dauer nicht leisten. Hans-Peter Siebenhaar – Handelsblatt

    Mit Russland hat sich die Opec einen falschen Freund im Ölmarkt ausgesucht. Denn angesichts der flauen Wirtschaft ist Moskau das eigene Hemd näher als die Weste. Während Saudi-Arabien und die Golfstaaten in Geld schwimmen, kämpft Russland infolge der Sanktionen der USA und der EU um seinen Status als Supermacht. Deshalb kann sich Putin großzügige Freundschaftsdienste gegenüber dem Ölkartell auf Dauer nicht leisten.

    Damit der Preis nach oben geht, muss die Opec ihren Worten schleunigst Taten folgen lassen. Doch genau das ist ihr Problem. Die Opec ist schwächer, als sie selbst glaubt. Mit jedem Jahr wird ihre Macht zudem kleiner. Denn spätestens in acht Jahren werden die Amerikaner nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur mehr als die Hälfte des weltweiten Öls liefern.

    Damit läuten sie endgültig den Niedergang des 1960 gegründeten Ölkartells mit seinen 14 Mitgliedern ein. Keine schönen Aussichten für die Opec.

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