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Kommentar Modekonzerne dürfen ihre Lieferanten in Fernost jetzt nicht hängen lassen

Textilfabriken leiden besonders unter der Krise. Adidas, Puma und H&M können nun beweisen, dass ihnen etwas an nachhaltiger Unternehmensführung liegt.
01.06.2020 - 18:40 Uhr 1 Kommentar
In der Krise können globale Marken beweisen, dass ihnen etwas an nachhaltiger Unternehmensführung liegt. Quelle: Reuters
Schuhkartons von Adidas

In der Krise können globale Marken beweisen, dass ihnen etwas an nachhaltiger Unternehmensführung liegt.

(Foto: Reuters)

Satte Rabatte überall. Zwei Monate lang waren Boutiquen und Kaufhäuser wegen Corona dicht. Deshalb sitzen Händler und Hersteller auf Massen von unverkauften Shirts, Shorts und Schuhen. Die verramschen sie jetzt, damit endlich Geld in die Kasse kommt. Für Konsumenten ist es das Paradies, für die Modebranche eine Katastrophe.

Filialisten und unabhängige Kaufleute kämpfen ums Überleben, selbst große Lifestylekonzerne greifen auf Staatskredite zurück. Dennoch wäre es verkehrt, wenn die Firmen ihre Lieferanten hängen lassen.

Jetzt können globale Marken wie Adidas und Puma, H&M und Zara beweisen, dass ihnen etwas an nachhaltiger Unternehmensführung liegt. Sie sollten so wirtschaften, dass auch jene möglichst gut durch die Krise kommen, für die sie nicht unmittelbar verantwortlich sind: die Beschäftigten in den Textil- und Schuhfabriken in Asien.

Natürlich brauchen die Labels weniger Ware. Aber sie müssen Aufträge nicht zwingend stornieren. Stattdessen sollten die Marken Bestellungen verschieben und eine Anzahlung leisten. So bieten sie den Leuten eine Perspektive. Gemeinsam sollten sie Finanzierungsmöglichkeiten sondieren, damit die Hersteller die Durststrecke überstehen.

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    Zudem sollten die Auftraggeber aus dem Westen weiter darauf drängen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern – und Fortschritte dabei trotz Krise honorieren.

    All das liegt im Interesse von Filialisten und Marken aus dem Westen. Einerseits, weil sie nur dann glaubwürdig bleiben. Wer seine Lieferanten jetzt fallen lässt, braucht in besseren Tagen keine großen Nachhaltigkeitsberichte mehr vorzulegen. Andererseits, weil eines Tages erneut eine Phase kommen wird, in der die Kapazitäten knapp und sie auf die Fabriken wieder angewiesen sind.

    Noch vergangenes Jahr hatte Adidas mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen, weil die Marke nicht rechtzeitig genügend bestellt hatte. Nun können die Konzerne beweisen, dass ihnen das Wort Partnerschaft wirklich etwas bedeutet.

    Mehr: Hunderte Textilfabriken sind in ihrer Existenz gefährdet.

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