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Kommentar Mund-Nasen-Masken sind eine Vorsichtsmaßnahme – aber kein Allheilmittel

In der Corona-Debatte dürfen einzelne Instrumente nicht als unverzichtbare Allheilmittel überhöht werden. Das gilt auch für die Maskenpflicht.
07.07.2020 - 06:52 Uhr 1 Kommentar
Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum wird teils kritisiert. Quelle: dpa
Maskenpflicht

Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum wird teils kritisiert.

(Foto: dpa)

Beim Thema Alltagsmasken vertritt das Robert Koch-Institut (RKI) eine unaufgeregte Position: Das Tragen der Mund-Nase-Bedeckung könne mit dazu beitragen, die „Ausbreitungsgeschwindigkeit“ des Coronavirus zu reduzieren. „Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden.“

Zwar sei eine derartige Schutzwirkung „bisher nicht wissenschaftlich belegt, sie erscheint aber plausibel“. Überspitzt formuliert heißt das: Der Mund-Nase-Schutz kann wirksam sein, muss es aber nicht.

Dennoch: Die Maskenpflicht im öffentlichen Raum ist derzeit sinnvoll – und im Vergleich zu den Einschränkungen vom März und April eine milde Vorschrift. Die hohen Kosten eines Lockdowns kann die Wirtschaft kein zweites Mal stemmen. Das sollten auch Einzelhändler sehen, die fürchten, das suboptimale Einkaufserlebnis mit Maske könnte die Konsumlaune senken. Immerhin wird konsumiert.

Bei den Masken geht es allerdings nicht nur um Infektionsschutz. Sie sind zum Symbol des Corona-Alltags geworden, über das alles andere als unaufgeregt diskutiert wird. Als die Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen die Idee äußerten, bei niedrig bleibenden Infektionszahlen die Maskenpflicht im Einzelhandel aufzuheben, schlug ihnen viel Unverständnis entgegen. Sofort zur Stelle war der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der vor Experimenten mit der Gesundheit der Menschen und einem höheren Risiko einer zweiten Infektionswelle warnte.

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    Die Pflicht, an bestimmten öffentlichen Orten Mund und Nase zu bedecken, ist lästig. Der Besuch im Supermarkt um die Ecke zeigt, dass ein nicht geringer Teil der Kundschaft die Gebrauchsanweisung ziemlich freizügig interpretiert: Da wird die ungewaschene Einwegmaske aus der Hose gezogen, das Knäuel schief zwischen die Ohren gespannt und die Nase zum Luftholen zwischen den Konservenregalen schließlich wieder freigeräumt.

    Der Stofffetzen im Gesicht ist überdies eine ästhetische Zumutung – auch wenn einige Menschen bemüht sind, ihre farbenfrohen oder kunstvoll bestickten Masken zum modischen Accessoire zu überhöhen.

    Der Mund-Nase-Schutz wird den Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland nicht entscheiden. Die Masken können, wie das RKI schreibt, ein „zusätzlicher Baustein“ sein. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind sie als Vorsichtsmaßnahme gerechtfertigt.

    In einigen Monaten vielleicht nicht mehr. Für die politische Debatte bedeutet das: Einzelne Instrumente des Infektionsschutzes dürfen nicht zum unverzichtbaren Bollwerk gegen eine zweite Welle erklärt werden. Jede Maßnahme muss regelmäßig auf den Prüfstand.

    Mehr: Ruppige Methoden auf dem Weltmarkt erschweren die Beschaffung von Schutzmasken. Dank etablierter Verträge sieht der Bund den Bedarf aber nun mittelfristig gedeckt.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Mund-Nasen-Masken sind eine Vorsichtsmaßnahme – aber kein Allheilmittel"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • „Herr Lauterbach, der vor Experimenten mit der Gesundheit der Menschen warnte“ - wie zynisch!

      Es werden gerade im Eilverfahren neuartige, genverändernde Impfstoffe angeschoben, die ohne Erprobung das Erbgut der Menschheit für immer verändern werden (!!). Schon mal überlegt von was wir hier reden? Was könnte da alles - irreparabel - schief laufen ? Vor 12 Jahren noch wurde um Genmais gestritten - heute sollen Milliarden Menschen zum Gen-Experiment geladen werden??!

      Die Maske hat absolut durchschlagenden psychologischen Effekt - es zwingt jedem jeden Tag die getypte Krise einer Pandemie ins Gesicht. Der medizinische Nutzen ist ziemlich unwesentlich angesichts der sonstigen freien Begegnungen.

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