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Kommentar Munich Re geht in die kontrollierte Offensive

Der weltgrößte Rückversicherer verändert sich behutsam. Der Kurs von Munich-Re-Chef Joachim Wenning stimmt, doch es bleiben Risiken.
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Ergebnissteigerung für 2019 anvisiert. Quelle: dpa
Munich-Re-Zentrale in München

Ergebnissteigerung für 2019 anvisiert.

(Foto: dpa)

Die richtige Mischung aus Angriff und Verteidigung zu finden ist nicht nur im Fußball wichtig. Trainerlegende Otto Rehhagel pries wie kaum ein anderer die „kontrollierte Offensive“. Es ist eine Taktik, deren Charme nun offensichtlich auch Munich-Re-Boss Joachim Wenning entdeckt hat. Ungeachtet eines anhaltenden Margendrucks visiert der weltgrößte Rückversicherer für das laufende Jahr eine erneute Ergebnissteigerung auf 2,5 Milliarden Euro an, obwohl der Kernmarkt wohl nur um ein Prozent zulegt.

Wie das geht, wenn der Markt kaum wächst und an der Zinsfront in Europa sich wenig Bewegung abzeichnet? Die Antwort lautet: indem das Management angesichts der gesunden Bilanz nun beim Risiko etwas wagemutiger wird. Erstmals in der Geschichte des Konzerns ist ein Sparprogramm aufgelegt worden, im Neugeschäft gibt das Unternehmen inzwischen mehr Gas, und auch beim Kapitalmanagement will Wenning nun die stillen Reserven im milliardenschweren Portfolio aktiver heben.

Das schafft limitierte Fantasie, jedoch auch neue Risiken. Noch ist unsicher, ob die neuen Geschäfte wie die Batterie-Policen so profitabel sind wie erhofft. Entscheidend für Wenning wird vor allem sein, dass er mit dem neuen finanziellen Spielraum etwas Sinnvolles anfängt.

Langfristig wird er die traditionsbewusste Versicherungsgesellschaft in einen Konzern umbauen müssen, der sich mit seinen technologischen Fähigkeiten mit Amazon & Co. messen lassen kann. Dass die Investoren ihm das zutrauen, zeigt der Kursverlauf der Munich-Re-Aktie, die auf dem höchsten Stand seit 17 Jahren notiert.

Die Hochstimmung wird jedoch nur anhalten, wenn Wenning weiter Ergebnisse liefert. Die Chancen stehen nicht schlecht. Denn eine wichtige Wende hat der CEO bereits geschafft: Erstmals seit Jahren ist der Konzern beim Gewinn auf Wachstumskurs eingeschwenkt. Nun werden die Investoren Wenning daran messen, ob er dieses Momentum in den nächsten Jahren halten kann.

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