Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Mut zum großen Wurf

Ein Virus ist zu neuem Leben erwacht: Die Fusionitis geht um. Wie zu alten Boomzeiten um die Jahrtausendwende erscheinen Mammutübernahmen wieder machbar. Selbst an feindliche Übernahmen trauen sich die Unternehmen heran, wie das Beispiel Sanofi zeigt.
Robert Landgraf Chefkorrespondent des Handelsblatts

Robert Landgraf Chefkorrespondent des Handelsblatts

Der Pharmahersteller will den französischen Konkurrenten Aventis gegen dessen Willen schlucken. Angesichts des fulminanten Jahresauftakts steht bereits fest: Die trostlosen Jahre in der Königsdisziplin des Investment-Bankings sind vorüber. Zu den Finanzinvestoren gesellen sich inzwischen strategische Käufer.

Der neue Mut kommt nicht von ungefähr. In den letzten Monaten wurden in den Chefetagen der Konzerne die Hebel umgelegt. Gefragt sind keine Sparweltmeister mehr, die mit letzter Konsequenz die Profitabilität erhöhen. Das neue Credo heißt wachsen oder weichen. Wachstum geht zwar auch von innen heraus, ist aber durch Unternehmenskäufe viel schneller zu schaffen. Dabei schrecken die Vorstände auch vor großen Übernahmen nicht zurück.

In diesem Umfeld ist die angestrebte Akquisition von Sanofi nur ein Beispiel. Den Anfang machte zu Jahresbeginn die Mammutfusion der beiden US-Großbanken JP Morgan Chase und Bank One. Den Boden für weitere Milliardendeals haben vor allem drei Entwicklungen bereitet: In den vergangenen Monaten haben viele Gesellschaften ihre Kriegskasse gefüllt und nutzen diese, um Unternehmen zu akzeptablen Bewertungen zu erwerben. Außerdem steigt der Druck bei Finanzinvestoren, in den letzten Jahren eingesammelte Unternehmen wieder zu verkaufen. Nur dann erhalten sie von den Investoren frisches Geld für neue Beteiligungen. Auch die jüngste Börsenhausse erleichtert Akquisitionen. Das Vertrauen in die Aktie ist wieder so weit hergestellt, dass sie als Transaktionswährung genutzt werden kann. Denn Mammuttransaktionen lassen sich ohne Aktien nicht finanzieren.

Angesichts des neu gewonnenen Vertrauens der Konzernlenker in die eigenen Stärken wird es bei Fusionen weiter Schlag auf Schlag gehen – auch in Deutschland. Das gilt neben der Pharmabranche auch für Chemie und Banken. Sicher bleiben auch Commerzbank und Hypo-Vereinsbank nicht mehr lange alleine.

Startseite
Serviceangebote