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Kommentar Nach dem Ende des Börsenbooms droht alternativen Anlagen die Überhitzung

Großanleger verringern ihr Aktienengagement deutlich. Alternative Investments sind gefragt, aber mit einem Nachteil behaftet.
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Der zehn Jahre anhaltende Bullenmarkt bei Aktien weltweit geht zu Ende. Quelle: Reuters
Frankfurter Börse

Der zehn Jahre anhaltende Bullenmarkt bei Aktien weltweit geht zu Ende.

(Foto: Reuters)

Aktien verkaufen ist die richtige Investmentstrategie. Dieser Eindruck muss sich Anlegern aufdrängen, denn die global mächtigsten Investoren haben in einer Umfrage des weltweit größten Vermögensverwalters, Blackrock, klar zu erkennen gegeben, dass sie ihr Aktienengagement abbauen wollen.

Eine kurzfristiger ausgerichtete Umfrage von Merrill Lynch zeigt einen ähnlichen Trend. Und der global zweitgrößte Vermögensverwalter Vanguard traut den Risikopapieren in den USA nur noch einen jährlichen Ertrag von fünf nach acht Prozent zu.

Klar ist nicht erst seit diesen prominenten Ankündigungen: Der zehn Jahre anhaltende Bullenmarkt bei Aktien weltweit geht zu Ende. Dass der Boom so lange gehalten hat, verdanken wir ohnehin nur den Notenbanken, die mit ihrer lockeren Geldpolitik die Hausse angetrieben haben. Für dieses Jahr birgt das für viele Fondsmanager noch keine Gefahren.

Wer im Januar beim Aufschwung an der Börse dabei war und sich die satten Gewinne von rund sechs Prozent oder mehr etwa über Derivate bis zum Jahresende abgesichert hat, steht heute schon als Gewinner da. Doch das erspart es Investoren nicht, ihre Anlagepolitik kritisch zu hinterfragen. Die von Vermögensverwaltern geplante Aufstockung von alternativen Investments ist sicherlich ein Weg, um Aktien auszuweichen und doch gute Renditen zu erzielen.

Außerbörsliche Beteiligungen, Immobilien, Hedgefonds sowie Sachwerte wie Infrastrukturinvestments bieten ein deutliches Ertragsplus gegenüber Aktien und noch mehr im Vergleich zu Anleihen. Das ist jedoch mit einem gravierenden Nachteil behaftet.
Wer hier Anteile erwirbt, muss sich im Normalfall sicher sein, dass er das Geld nicht kurzfristig benötigt. Mangelnde Liquidität verhindert einen schnellen Verkauf. Dafür gibt es aber auch eine Liquiditätsprämie, die die Rendite erhöht.

Nachdem inzwischen viele Großinvestoren in alternative Investments ausweichen wollen, suchen Anbieter verzweifelt nach ausreichend attraktiven Investitionsmöglichkeiten. Das wird im Laufe des Jahres noch schwieriger werden.

Wer das Währungsrisiko in Dollar nicht scheut, ist deshalb mit US-Staatsanleihen gut bedient. Zehnjährige Treasuries bieten immerhin risikolose 2,7 Prozent Rendite. Das lässt sich mit Bundesanleihen nicht abbilden, die kaum Ertrag abwerfen. Für sehr Mutige gibt es eine Strategie, deren Erfolgschancen nicht schlecht stehen.

Bei so viel Pessimismus für Aktien könnte der Kauf von Dividendenpapieren entgegen allen Unkenrufen doch der richtige Weg sein, das zeigen Erfahrungen aus der Vergangenheit. Geopolitische Risiken wie ein „harter“ Brexit der Briten könnten dieses Kalkül allerdings schnell durchkreuzen.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Nach dem Ende des Börsenbooms droht alternativen Anlagen die Überhitzung"

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  • "Bei so viel Pessimismus für Aktien könnte der Kauf von Dividendenpapieren entgegen allen Unkenrufen doch der richtige Weg sein"
    JA RICHTIG UND:
    Das Risiko Brexit bleibt und trifft alle Vermögenswerte! Es ist also egal, ob ich mit Immobilien, Aktien oder Beteiligungsgesellschaften Verluste erleide. Bei Aktien, so bin ich mir sicher, ist der Brexit weitgehend eingepreist.