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Kommentar Nach der Aufspaltung kann sich Siemens keine Fehler mehr im Kerngeschäft leisten

Der Technologiekonzern ist auch für eine längere Coronakrise relativ gut gerüstet. Doch die Trennung vom Energiegeschäft birgt neue Risiken.
08.05.2020 - 16:43 Uhr Kommentieren
Siemens macht sich klein: Der Technologiekonzern trennt sich mit der Abspaltung von Siemens Energy von 40 Prozent seines Geschäfts. Quelle: dpa
Siemens

Siemens macht sich klein: Der Technologiekonzern trennt sich mit der Abspaltung von Siemens Energy von 40 Prozent seines Geschäfts.

(Foto: dpa)

Siemens-Chef Joe Kaeser hat ein Signal der relativen Stärke gesendet. Natürlich musste auch der Traditionskonzern seine Prognose für das laufende Jahr kassieren. Corona wirft bei fast allen Unternehmen die Planungen über den Haufen.

Doch steht Siemens vergleichsweise robust da. Der Umsatz wird im Gesamtjahr allenfalls leicht sinken. Die Profitabilität verschlechtert sich zwar, doch sind die Ertragslage und die Liquiditätssituation immer noch relativ komfortabel. Sogar das Aktienrückkaufprogramm ist nur aus technischen Gründen wegen der Aufspaltung ausgesetzt.

Die Robustheit hat zwei Ursachen: Der Umbau der vergangenen Jahre zahlt sich aus. Vor allem hilft es dem Konzern, dass Zusatzbelastungen aus schlecht gemanagten Großprojekten, früher die klassische Siemens-Krankheit, der Vergangenheit angehören.

Zudem – und das ist angesichts der bevorstehenden Aufspaltung bemerkenswert – profitiert der Konzern von seiner breiten Aufstellung. Die Medizintechnik wächst und kann zumindest teilweise von der Corona-Pandemie profitieren. Im Geschäft mit der Industrieautomatisierung und Industriesoftware sind zumindest die Auftragseingänge schon wieder angesprungen.

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    Und die Bahntechnik, in früheren Zeiten ein Sorgenkind, stabilisiert mit ihren lang laufenden Großaufträgen und sehr soliden Margen den gesamten Konzern. So können zum Beispiel Schwächen im Energiegeschäft und der temporäre Gewinnrückgang bei den Intelligenten Infrastrukturen teilweise ausgeglichen werden.

    In der Krise also spielt das breite Portfolio, an den Kapitalmärkten seit einigen Jahren eher unbeliebt, auch seine Stärken aus.

    Die Abtrennung des Energiegeschäfts werden Kaeser und sein Nachfolger Roland Busch deswegen nicht stoppen. Der Grundgedanke – im digitalen Zeitalter sind Fokussierung und Agilität entscheidend – ist ja auch weiter richtig. Andere Mischkonzerne stehen derzeit schlechter da. Und Siemens Energy hat zumindest die Chance, auf eigenen Beinen eine Vorwärtsperspektive zu entwickeln, statt über lange Jahre nur das kriselnde Anhängsel im Großkonzern zu sein.

    Doch wird die neue Siemens AG dadurch volatiler werden. Das Geschäft mit der Industrieautomatisierung ist konjunktursensibel, und Fehler im neuen Kerngeschäft kann sich der Konzern nicht mehr leisten. Wird ein entscheidender Technologietrend verpasst, steht die neue Siemens AG auf wackligen Beinen da.

    Daher sollte sich der Münchener Konzern nun nicht durch immer weitere Aufspaltungen marginalisieren, sondern auf ein ausbalanciertes Portfolio setzen. Es ist schon einmal ein gutes Zeichnen, dass die auch schon seit einiger Zeit verselbstständigte Bahntechnik nun offenbar doch ein integraler Bestandteil der neuen Siemens AG bleiben soll.

    Mehr: Siemens-Chef Kaeser kassiert Prognose: „Kurz vor der Dämmerung ist die Nacht am dunkelsten“

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