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Kommentar Naivität ist kein guter Ratgeber im Umgang mit Peking

Die EU und China rücken enger zusammen – dem amerikanischen Präsidenten sei Dank. Doch von einer Wertegemeinschaft kann keine Rede sein.
16.07.2018 - 21:23 Uhr 1 Kommentar
In Peking trafen EU-Ratspräsident Tusk und EU-Kommissionschef Juncker mit der chinesischen Führung zusammen. Quelle: AP
Donald Tusk, Li Keqiang, Jean-Claude Juncker (v.l.n.r.)

In Peking trafen EU-Ratspräsident Tusk und EU-Kommissionschef Juncker mit der chinesischen Führung zusammen.

(Foto: AP)

EU-Ratspräsident Donald Tusk ist ein Freund klarer Worte. „Die Architektur der Welt verändert sich direkt vor unseren Augen“, sagte der Pole am Montag in Peking. Womöglich sind es sogar tektonische Verschiebungen, die wir gerade erleben.

In Peking trafen Tusk und EU-Kommissionschef Juncker mit der chinesischen Führung zusammen. Fast zeitgleich sprach US-Präsident Trump in Helsinki mit seinem russischen Amtskollegen Putin. Stehen die beiden Begegnungen symbolisch für neue globale Allianzen? Der amerikanische Präsident hat das über ein halbes Jahrhundert alte strategische Bündnis des Westens mit ein paar Tweets und TV-Auftritten für wertlos erklärt. Deshalb ist nun alles möglich geworden.

Trumps Feindseligkeiten gegenüber Amerikas Freunden in Europa bleiben nicht folgenlos. Das wurde postwendend deutlich beim EU-China-Gipfel in Peking. Noch vor einem Jahr, beim 19. Spitzentreffen dieser Art, hatten sich Chinesen und Europäer so wenig zu sagen, dass sie nicht einmal eine gemeinsame Abschlusserklärung zustande brachten. Damals hätte es niemand für möglich gehalten, dass der 20. Gipfel jetzt so viel neuen Schwung bringen könnte.

Im Zeitalter von Donald Trump entdecken Europäer und Chinesen, dass sie nicht nur wirtschaftliche Interessen teilen. Beide wollen das Nuklearabkommen mit dem Iran retten, und beide halten an dem Plan fest, die Erderwärmung zu stoppen. Gemeinsame Ziele gibt es auch in Afrika. Im Kampf gegen Fluchtursachen kann das auf dem Schwarzen Kontinent sehr aktive China für die EU ein wertvoller Partner sein.

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    Eine westliche Wertegemeinschaft wie mit den USA wird die EU mit China allerdings nie bilden können. Die Europäer müssen die Verletzung der Menschenrechte in der Volksrepublik immer wieder anprangern, wenn sie ihrer eigenen Demokratie und ihrem Rechtsstaat treu bleiben wollen. Naivität ist kein guter Ratgeber im Umgang mit Peking. Bisher hat die EU das gut erkannt und beherzigt.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Naivität ist kein guter Ratgeber im Umgang mit Peking"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr geehrte Frau Berschens,

      wenn Sie über "gemeinsame Interessen" schreiben würden, wäre es vielleicht leichter, zu einem gemeinsamen Nenner zu finden. Aber "gemeinsame Werte"?

      Auf dem Papier ist alles ganz einfach. Die USA sind eine lupenreine Demokratie, in China gibt es die Diktatur einer Partei. Aber ansonsten? Wo bitte glänzen die USA denn sonst noch? Bei der Spaltung der Gesellschaft in Wohlhabende und Slumbewohner ohne Lebenschancen sicherlich nicht. Und wie ist es mit der Humanität? Werden in den USA nicht immer noch Todesurteile vollstreckt und Menschen jahrzehntelang ohne Gerichtsurteil in Kriegsgefangenlagern gequält? Und glauben Sie allen Ernstes, dass ausgerechnet die USA ein Hort der Friedensliebe sind? Und dass die Amerikaner bei ihrer Kriegsführung auch nur die geringsten Skrupel kennen?

      Mag sein, dass andere Völker moralisch genau so verkommen sind. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich mit den Amerikanern "gemeinsame Werte" teile. Ganz sicher nicht.

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