Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Narendra Modis Protektionismus schadet Indien mehr als er nützt

Indiens Premier will Arbeitsplätze schaffen – und benachteiligt daher ausländische Firmen. Das droht nach hinten loszugehen – auch wegen US-Präsident Trump.
Kommentieren
Modi muss sich mitten im Werben um eine zweite Amtszeit für eine Zuspitzung des Handelskonflikts rechtfertigen muss. Quelle: Reuters
US-Präsident Donald Trump und Indiens Premierminister Narendra Modi

Modi muss sich mitten im Werben um eine zweite Amtszeit für eine Zuspitzung des Handelskonflikts rechtfertigen muss.

(Foto: Reuters)

Wahlkampfhilfe für einen guten Freund sieht anders aus: Mit seiner Ankündigung, Zollvergünstigungen für Indien zu streichen, versetzt US-Präsident Donald Trump dem indischen Ministerpräsidenten auf dem Subkontinent, Narendra Modi, wenige Wochen vor der indischen Wahl einen kräftigen Schlag. Da scheint fast vergessen, dass die USA in Indien zumindest sicherheitspolitisch einen zunehmend wichtigen Partner in der Region sehen.

Doch dass er sich nun mitten im Werben um eine zweite Amtszeit für eine Zuspitzung des Handelskonflikts mit der größten Volkswirtschaft der Welt rechtfertigen muss, hat sich Modi selbst zuzuschreiben. Trump beklagt zu Recht, dass Indien ausländischen Unternehmen den Marktzugang erschwert.

Seit seinem Amtsantritt setzt Modi auf eine nationalistische Industriepolitik – mit dem Ziel, Millionen von neuen Arbeitsplätzen in seinem Land zu schaffen. Modis Slogan „Make in India“ hätte gut auch „India first“ lauten können. Mit hohen Importzöllen versucht der 68-Jährige Unternehmen dazu zu zwingen, vor Ort zu produzieren, anstatt Produkte aus den Nachbarländern ins Land zu holen.

Doch schon ein Blick auf die Arbeitsmarktstatistik zeigt, dass Modis Protektionismus offenbar nicht zu den gewollten Erfolgen führt: Die Arbeitslosenrate liegt laut den Statistikbehörden auf dem höchsten Stand seit 45 Jahren. Die Daten sind zwar nicht ganz verlässlich, die Probleme von Modis Politik sind aber auch am Verhalten von Unternehmen ablesbar: So beschloss Samsung, seine Fernseherproduktion von Indien nach Vietnam zu verlegen – weil Modi die Importzölle für wichtige Komponenten angehoben hatte.

Ähnliche Schwierigkeiten haben auch die deutschen Autohersteller in Indien. Premiumhersteller wie BMW, Audi und Mercedes importieren Komponenten nach Indien, um sie dort zusammenzusetzen. Eine vollständige Fertigung samt Lieferkette auf dem Subkontinent zu errichten lohnt sich für sie angesichts relativ geringer Absatzzahlen noch nicht.

Doch anstatt die Industrie zu fördern, hob Modi vor einem Jahr die Importzölle für Autoteile an. Das macht Premiumautos in Indien noch teurer. In der Folge brachen die Wachstumsraten des Segments von zuvor 17 auf nun vier bis fünf Prozent ein. Modis Ziel, große Fabriken der Hersteller anzulocken, ist das alles andere als zuträglich.

Die Folgen von Trumps Zollentscheidung sind für Indien verkraftbar. Der Gegenwert der Begünstigungen belief sich nach indischen Angaben zuletzt auf weniger als 200 Millionen Dollar. Die Regierung in Neu-Delhi sprach deshalb von Symbolpolitik. Doch dieses Symbol sollte Modi ernst nehmen. Es zeigt: Sein Protektionismus droht Indien mehr zu schaden, als zu nützen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Narendra Modis Protektionismus schadet Indien mehr als er nützt

0 Kommentare zu "Kommentar: Narendra Modis Protektionismus schadet Indien mehr als er nützt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.