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Kommentar Netzbetreiber sollten besser mit einer garantierten Mindestleistung werben

Nicht nur Unitymedia wirbt mit unhaltbaren Versprechen. Anstatt Kunden in die Irre zu führen, sollten Internetanbieter garantierte Geschwindigkeiten angeben.
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Der Anbieter hat sich jetzt Ärger mit Verbraucherschützern und dem Deutschen Mieterbund eingehandelt, weil bei einer Werbekampagne zwar allen Kunden eine höhere Grundgeschwindigkeit versprochen wurde, letztlich aber eine Gruppe ausgeklammert worden war. Quelle: dpa
Unitymedia

Der Anbieter hat sich jetzt Ärger mit Verbraucherschützern und dem Deutschen Mieterbund eingehandelt, weil bei einer Werbekampagne zwar allen Kunden eine höhere Grundgeschwindigkeit versprochen wurde, letztlich aber eine Gruppe ausgeklammert worden war.

(Foto: dpa)

Ein schneller Internetzugang ist zu einem Grundbedürfnis geworden. Es geht nicht mehr nur darum, online zu sein, sondern auch in adäquater Geschwindigkeit Internetdienste nutzen zu können. Wenn die Bandbreite schwächelt, lassen sich viele Anwendungen im Büro nicht mehr richtig nutzen. Oder zu Hause hängt der Videoempfang, und das Surfen bereitet wenig Freude.

Das haben die Anbieter wie Telekom, Vodafone oder Unitymedia zwar erkannt. Doch oft bewerben sie ihre Angebote mit Versprechen, die sie gar nicht halten können. Es ist ein Unding, dass mit Geschwindigkeiten mit dem Zusatz „bis zu“ geworben wird. Denn das heißt letztlich nur: Die Kunden können sich eben nicht darauf verlassen, dass sie die angepriesene Leistung auch erhalten werden.

Unitymedia hat sich jetzt Ärger mit Verbraucherschützern und dem Deutschen Mieterbund eingehandelt, weil bei einer Werbekampagne zwar allen Kunden eine höhere Grundgeschwindigkeit versprochen wurde, letztlich aber eine Gruppe ausgeklammert worden war.

Solche Fälle stehen für ein grundsätzliches Problem. In der Branche hat sich eine Kultur etabliert, in der überzogene Ankündigungen als normales Marketing gelten. Bei fast allen Anbietern kommt es immer wieder vor, dass Leitungen überbucht sind.

Darunter leiden die Verbraucher. Für die Privatkunden bedeutet das zum Beispiel, dass sie abends und am Wochenende nicht mit voller Leistungen surfen können, weil gerade auch die Nachbarn die Internet-Bandbreite voll auskosten wollen. Ausgerechnet zu den Stoßzeiten fällt die Leistung ab.

Das ist fatal. Denn die Kunden erwarten ja gerade, dass sie für einen schnellen Anschluss zahlen. Da nützt es nichts, wenn 20 Stunden am Tag die volle Leistung zur Verfügung steht, aber genau in den vier beliebtesten Stunden des Tages die Anbieter ihr Leistungsversprechen nicht einlösen können, weil zu viele Kunden auf ihre Dienste zugreifen.

Die Firmen sollten ihre Kunden endlich ernst nehmen. Das Versprechen einer „Leistung bis zu  ...“ ist irreführend. Netzbetreiber sollten besser mit einer garantierten Mindestleistung werben. Die müssen sie dann auch einhalten könnten – das gilt vor allem auch für Stoßzeiten. Nur dann können die Unternehmen wieder das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen.

Das ist dringend nötig. Die Telekommunikationsunternehmen rüsten ihre Netze auf. Für mehr Geld versprechen sie mehr Leistung. Das funktioniert nicht, wenn Kunden den Versprechungen nicht glauben. Firmen sollten eine Leistungsgarantie aussprechen. Und die müssten sie jederzeit einhalten können.

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