Kommentar: Neue Deutsche-Bahn-Chefin zeichnet sich durch Ideenlosigkeit aus

Die Krise ist tot, es lebe die Krise! Mit einem Donnerschlag beendete Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) Mitte August vorzeitig die Ära von Bahn-Chef Richard Lutz, um nach kurzer Suche Ersatz aus den altgedienten Vorstandsreihen der DB zu finden. Seit Anfang Oktober führt die 52-jährige Südtirolerin Evelyn Palla den schwerfälligen Staatskonzern, der zuvor Reisende mit Zugausfällen und überbordenden Verspätungen nervte und Deutschlands Steuerkasse jährlich mit hohen dreistelligen Millionenbeträgen belastete.
Nur: Auf den Ruck, der nach dem Chefwechsel durchs Unternehmen gehen soll, wartet der geplagte Bahn-Kunde vergeblich. Gleich im Oktober sank die Pünktlichkeit auf ein Rekordtief. Nur noch 51,5 Prozent aller Fernzüge erreichten ihr Ziel mit weniger als sechs Minuten Verspätung.
Doch statt einer Ansage, wie das Schienenunternehmen seine missliche Lage beenden will, korrigierte die neue Vorstandsvorsitzende ihre Verspätungsziele leichtfertig nach unten. Hatte Vorgänger Lutz für das laufende Jahr noch eine Pünktlichkeitsquote von 65 bis 70 Prozent versprochen, kündigte Palla nun weniger als 60 Prozent an. Erst 2029, so hieß es schon bei ihrer Amtseinführung, werde wohl wieder das Niveau von 70 Prozent erreicht.