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Kommentar Neue Sperr-Strategie bei Twitter wird die Qualität der Plattform verbessern

Twitter sperrt im großen Stil Nutzer. Anleger reagieren skeptisch – die Aktie stürzt ab. Doch der Schritt wird sich langfristig auszahlen.
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Die Social-Media-Plattform sperrt verdächtige Nutzer nun schneller und will damit Fake-News und Hetze unterbinden. Quelle: Reuters
Twitter

Die Social-Media-Plattform sperrt verdächtige Nutzer nun schneller und will damit Fake-News und Hetze unterbinden.

(Foto: Reuters)

Investoren sind schwer zufriedenzustellen. Lange Zeit haben sie Twitter für die chronischen Verluste abgestraft. Während Facebook und Google Milliarden verdienten, fuhr der Kurznachrichtendienst immer wieder rote Zahlen ein. Nun jedoch ist Twitter profitabel, muss paradoxerweise aber deutlich heftigere Einbrüche im Aktienkurs hinnehmen als zuvor.

Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal, stürzte die Aktie des sozialen Netzwerks um gut 20 Prozent ab. Es war der größte Einbruch seit vier Jahren. Dabei hat der Kurznachrichtendienst durchaus solide Zahlen vorgelegt.

Der Nettogewinn lag bei 100 Millionen Dollar – vor einem Jahr war da noch ein Minus von 116 Millionen. Es ist das dritte profitable Quartal in Folge und das dritte profitable Quartal überhaupt. Man sollte nicht vergessen, dass Twitter erst Ende 2017 zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte einen Gewinn gemeldet hat.

Auch der Umsatz stieg. Mit 711 Millionen Dollar lag er über dem, was die Analysten erwartet hatten und um 24 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Investoren stören sich nun an den sinkenden Nutzerzahlen, die auch darauf zurückzuführen sind, dass Twitter systematisch verdächtige Nutzer rauswirft. Sicher, die Anleger waren nach enttäuschenden Facebook-Zahlen einen Tag zuvor ohnehin nervös. Dennoch verfolgt Twitter hier die richtige Strategie.

Zu lange hat der Kurznachrichtendienst aus dem Silicon Valley toleriert, dass jeder auf zunächst 140 und nun 280 Zeichen ungehindert das schreiben kann, was ihm in den Kram passt. Sogenannte „Fake News“ hatten dort genauso Platz wie Schikanen, Hassreden, Propaganda und Bots – Softwareprogramme, die automatisch tweeten, liken, retweeten und Direktnachrichten an bestimmte Nutzer schreiben.

Twitter-Chef und Mitgründer Jack Dorsey hat erkannt, dass dieser Zustand langfristig dem Erfolg des Netzwerks schadet. Konsequent geht das Unternehmen nun gegen verdächtige Konten vor. In den vergangenen Monaten hat Twitter von rund 70 Millionen verdächtige Nutzer gesperrt. Die Auswirkung auf die aktiven Nutzer war im abgelaufenen Quartal dabei sogar vergleichsweise gering.

Investoren müssen sich auf ein neues Zeitalter einstellen. Es geht künftig nicht mehr nur um die schlichte Anzahl der Nutzer, sondern auch um die Qualität. Nutzer müssen sich im Netzwerk wohlfühlen. Niemand will vor allem mit Computerprogrammen kommunizieren oder befürchten, von ihnen manipuliert zu werden. Niemand will ständig von anderen Nutzern beschimpft oder gar bedroht werden. Wenn die Aufräumaktion gelingt, wird Twitter langfristig davon profitieren.

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