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Kommentar Neue Therapien brauchen neue Konzepte für die Erstattung

Medikamente gegen seltene Erbkrankheiten können mehr als eine Million Euro kosten. Die bisherige Form der Kostenerstattung stößt an ihre Grenzen.
24.06.2019 - 16:12 Uhr Kommentieren
Die neuen Therapien sind keine Massenprodukte, sondern richten sich gegen extrem seltene Erbkrankheiten. Quelle: Stone/Getty Images
Gentherapie

Die neuen Therapien sind keine Massenprodukte, sondern richten sich gegen extrem seltene Erbkrankheiten.

(Foto: Stone/Getty Images)

Fast zwei Millionen Euro für eine einzige Spritze. Mit ihren neuen Gentherapien dringen Pharmafirmen wie Novartis und Bluebird Bio in völlig neue Sphären vor – medizinisch wie auch preispolitisch. Gemessen an ihrem Listenpreis sind die neuen Produkte gut doppelt so teuer wie die bislang teuersten Arzneien auf dem Markt.

Schon jetzt scheint klar, dass sie die ohnehin virulente Debatte über Pharmapreise weiter befeuern werden. Die naheliegende Frage lautet: Ist das auf Dauer bezahlbar für die Gesundheitssysteme?

Bei Licht besehen haben die Hersteller solide Argumente auf ihrer Seite, diese Frage mit Ja zu beantworten. Die neuen Gentherapien sind keine Massenprodukte, sondern richten sich gegen extrem seltene Erbkrankheiten. Dort bieten sie die Chance, eine völlig neue Qualität in die Behandlung zu bringen, indem sie mit einer einmaligen Injektion die zugrunde liegenden Gendefekte dauerhaft korrigieren.

Zudem geht es um Krankheiten, die auch bisher schon enorme Behandlungskosten pro Patient verursachen. Etablierte Therapien für Thalässämie-Patienten oder Bluterkranke können ohne Weiteres mit einigen Hunderttausend Euro pro Jahr zu Buche schlagen. Können sie durch eine Einmalbehandlung ersetzt werden, verspricht selbst eine Zwei-Millionen-Medizin auf längere Sicht Entlastung. Ganz zu schweigen vom Gewinn an Lebenszeit- und -qualität für die Betroffenen.

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    Das entscheidende Problem erwächst aus der Unsicherheit. Die neuen Gentherapien sind bislang nur an wenigen Patienten erprobt und dies maximal über vier bis fünf Jahre. Inwieweit sie wirklich dauerhafte Heilung ermöglichen, werden erst die nächsten Jahre und Jahrzehnten zeigen. Mehr noch als viele anderen Pharmaprodukte schreien sie daher nach neuen, erfolgsbasierten Erstattungskonzepten.

    Die über fünf Jahre gestaffelten Preismodelle der Hersteller zeigen insofern in die richtige Richtung. Aber gemessen an den hehren Versprechen der Gentherapien gehen sie noch nicht weit genug.

    Mehr: Neuerungen in der Gentechnik drohen das Gesundheitssystem zu überfordern. Die Techniker Krankenkassen stellt daher ein alternatives Kosten-Nutzen-Modell in Aussicht.

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