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Kommentar Nicht der deutsche Sparer muss fürchten, für andere geradezustehen – es ist umgekehrt

Der Fall Wirecard zeigt beispielhaft, wie es um den Finanzplatz steht. Die deutsche Furcht vor der EU-Einlagensicherung verstellt den Blick auf ein gewaltiges Problem.
30.06.2020 - 15:34 Uhr 3 Kommentare
Mangelnde deutsche Finanzaufsicht wird zur Bürde für eine mögliche EU-Einlagensicherung. Quelle: dpa
Banken-Skyline in Frankfurt

Mangelnde deutsche Finanzaufsicht wird zur Bürde für eine mögliche EU-Einlagensicherung.

(Foto: dpa)

Gegen wenig wird in Deutschland so hart lobbyiert wie gegen eine europäische Einlagensicherung. Südeuropäischen „Selbstbedienungsläden“ würde dann das Geld deutscher Sparer hinterhergeworfen, warnen Sparkassenvertreter. Keinesfalls dürfe Deutschland solch einen „Blankoscheck“ ausstellen, findet auch CSU-Chef Markus Söder.

Diese Warnungen sind zunehmend belustigend. Der Fall Wirecard legt gerade große Lücken in der deutschen Finanzaufsicht offen, am morgigen Mittwoch muss sich Bafin-Chef Hufeld im Bundestag unangenehmen Fragen stellen. Doch Wirecard ist nur ein Beispiel, das zeigt, wie es um den Finanzplatz steht. Nicht der deutsche Sparer muss Angst haben, für andere geradezustehen. Eher ist es umgekehrt.

Da ist beispielsweise der fortwährende Niedergang der deutschen Hochfinanz. Die Deutsche Bank? Vom Global Player zum Übernahmekandidaten geschrumpft. Die Commerzbank? Musste in der Finanzkrise gerettet werden. Eine politisch forcierte Fusion der beiden? Kläglich gescheitert.

Und im öffentlichen Bankensektor sieht es oft kaum besser aus. Besonders frappierend war die Rettung der NordLB im Vorjahr. Sie offenbarte, wie wenig ordnungspolitisch der in Europa lehrmeisterhaft auftretende deutsche Staat tickt, wenn es um die eigenen Sparer geht.

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    Statt die Bank abzuwickeln oder EU-Recht anzuwenden, retteten die Bundesländer die Bank mit Steuergeldern – auch, um Fragen der Finanzaufsicht nach dem Sparkassen-Sicherungssystem aus dem Weg zu gehen. Daraufhin setzte eine Art „Rettungstourismus“ ein. Vertreter aus EU-Staaten wollten von deutschen Politikern lernen, wie sie die NordLB so geschmeidig retteten. Das ist die Art von Vorbildfunktion, die Deutschland einnimmt.

    Natürlich sollten zuerst Risiken in Bankbilanzen runtergefahren werden, bevor ein EU-Topf gegründet wird. Sich als Deutschland dauerhaft dahinter zu verschanzen, ist vor dem Spiegel der eigenen Probleme aber irgendwann lachhaft und auch aus Eigeninteresse kontraproduktiv.

    Der Ökonom Kenneth Rogoff hat einmal gesagt, Bankenkrisen seien so eine Bedrohung, weil sie überall zuschlagen. Gerade Deutschland sollte sich dessen genau bewusst sein.

    Mehr: Die „Bilanzpolizei“ der deutschen Wirtschaft steht vor dem Aus.

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    3 Kommentare zu "Kommentar: Nicht der deutsche Sparer muss fürchten, für andere geradezustehen – es ist umgekehrt"

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    • Bitte im Bezug zu der NordLB / Landesbanken bedenken, dass hier der Staat schon immer Anteilhaber war, die NordLB wurde im Abgleich des größeren Übels saniert: Entweder per aktivistischem Investor oder per Einlage der beteiligten Sparkassen und Sparkassenverbände sowie der Anteilshabenden Länder.

      In südeuropäischen Ländern wurde auch ohne vergleichbare Konstrukte Geld an Banken ausgegeben.

    • Ausgerechnet Kenneth S. Rogoff als glaubwürdigen Ökonomen zu zitieren ist mehr als lachhaft, das ist peinlich.
      Einen Bekennenden Links-Faschisten, der die Freiheit abschaffen will beginnend mit dem Bargeld, zu zitieren, diskeditiert diesen Artikel/Kommentar. Siehe sein Buch:
      WARUM UNSER BARGELD VERSCHWINDEN WIRD, meldet sich Kenneth Rogoff mit einem noch explosiveren Thema zurück: der totalen Abschaffung von Bargeld. 2014 war Rogoff der erste Ökonom, der ein Bargeldverbot als möglichen Ausweg zur Durchsetzung von Negativzinsen ins Gespräch brachte.

      Im HB darf also der Vernichtung von Eigentum durch den Staat gefrönt werden, schon abartig.

      Wir, also Deutschland, tut gut daran sich gegen eine europäische Einlagensicherung zu sperren. Die fadenscheinigen Argumente in dem Kommentar zeigen nur eins und dem ist sich der Kommentator nicht bewusst, wir können unsere Probleme alleine lösen und lassen nicht die anderen europäischen Staaten für unsere Fehler gerade stehen, im Gegensatz zu diesen Ländern.
      Die EZB Zinspolitik zu Gunsten der europäischen Südländer hat den Sparer in Deutschland bereits hunderte von Milliarden Euro gekosten und tut es weiter, die Billionengrenze wird bald überschritten. Jeder kann das auf seinem Kontoauszug selber feststellen, Zinsen gleich Null!
      Wir brauchen die EU nicht, die EU braucht Deutschland als Zahlmeister für ihre maroden Haushalte.

    • Ausgerechnet Kenneth S. Rogoff als glaubwürdigen Ökonomen zu zitieren ist mehr als lachhaft, das ist peinlich.
      Einen Bekennenden Links-Faschisten, der die Freiheit abschaffen will beginnend mit dem Bargeld, zu zitieren, diskeditiert diesen Artikel/Kommentar. Siehe sein Buch:
      WARUM UNSER BARGELD VERSCHWINDEN WIRD, meldet sich Kenneth Rogoff mit einem noch explosiveren Thema zurück: der totalen Abschaffung von Bargeld. 2014 war Rogoff der erste Ökonom, der ein Bargeldverbot als möglichen Ausweg zur Durchsetzung von Negativzinsen ins Gespräch brachte.

      Im HB darf also der Vernichtung von Eigentum durch den Staat gefrönt werden, schon abartig.

      Wir, also Deutschland, tut gut daran sich gegen eine europäische Einlagensicherung zu sperren. Die fadenscheinigen Argumente in dem Kommentar zeigen nur eins und dem ist sich der Kommentator nicht bewusst, wir können unsere Probleme alleine lösen und lassen nicht die anderen europäischen Staaten für unsere Fehler gerade stehen, im Gegensatz zu diesen Ländern.
      Die EZB Zinspolitik zu Gunsten der europäischen Südländer hat den Sparer in Deutschland bereits hunderte von Milliarden Euro gekosten und tut es weiter, die Billionengrenze wird bald überschritten. Jeder kann das auf seinem Kontoauszug selber feststellen, Zinsen gleich Null!
      Wir brauchen die EU nicht, die EU braucht Deutschland als Zahlmeister für ihre maroden Haushalte.

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