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Kommentar Nie waren die Investmentbanker der Deutschen Bank so wertvoll wie heute

Die Deutsche Bank muss wieder einmal auf ihre Investmentbanker vertrauen. Warum auch nicht? Dort liegen nun einmal die Stärken der Frankfurter.
10.12.2020 - 17:56 Uhr Kommentieren
Die Investmentbanker sorgen dafür, dass die Bank ihre Sanierungsziele noch immer erreichen kann. Quelle: AP
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Die Investmentbanker sorgen dafür, dass die Bank ihre Sanierungsziele noch immer erreichen kann.

(Foto: AP)

Als Christian Sewing im Sommer 2019 die neue Strategie der Deutschen Bank verkündete, da versprach er nicht nur auskömmliche Renditen, sondern auch ein neues, stabileres Geschäftsmodell – weg von der globalen Investmentbank, zurück zu den Wurzeln als Unternehmensbank. Das kam gut an in der Öffentlichkeit, schließlich haben die Deutschen das undurchsichtige Treiben der Investmentbanker schon immer mit latentem Misstrauen betrachtet, bevor sich die Emotionen in der Finanzkrise in blanke Wut verwandelten.

Es war also nicht nur strategisch, sondern auch imagemäßig ein cleverer Schachzug, die Bank zu repositionieren. Jetzt wird Sewing allerdings von seinen Worten eingeholt. Denn die Deutsche Bank scheint zwar auf dem Weg zu sein, ihre selbst gesetzten Ziele bis 2022 zu erreichen.

Doch zu verdanken hat sie das vor allem den Investmentbankern, genauer gesagt den Anleihehändlern, die von einer Corona-bedingten Sonderkonjunktur an den Märkten profitieren. Und so muss sich die Bank jetzt die Kritik gefallen lassen, dass sie wieder von den Investmentbankern dominiert wird.

Das ist ein wenig unfair. Denn zu den traditionellen Stärken der Bank gehört nun einmal der Anleihehandel. Hier gehört sie seit vielen Jahren zur absoluten Weltspitze – und das lässt sich nicht von vielen Geschäftsbereichen sagen. Warum sollte sie diese Stärke jetzt nicht ausspielen? Zumal sich das Geschäft mit Unternehmen und Privatkunden nicht gerade erfreulich entwickelt.

Investmentbanking ist nicht per se böse oder gefährlich. Zumindest in der Theorie war es keine schlechte Idee, das betuliche Frankfurter Geldhaus in eine internationale Investmentbank zu verwandeln. Wegen der Sparfreude der Deutschen können sich Banken in kaum einem anderen Land so günstig refinanzieren wie hier, gleichzeitig ist es wegen der harten Konkurrenz von Sparkassen und Genossenschaftsbanken fast nirgends so schwierig, Geld zu verdienen. Warum also nicht die heimische Refinanzierung nutzen, um in der weiten Welt des Investmentbankings Geld zu verdienen?

Das Problem ist nur, dass die Kultur von Anfang an verkorkst war. Die angelsächsischen Banker, die die Frankfurter anheuerten, sahen die Bilanz ihres neuen Arbeitgebers als eine Art Selbstbedienungsladen. Lange Jahre steuerten die Investmentbanker die Bank und nicht umgekehrt. Die Folge waren die bekannten Exzesse, die die Bank in eine Dauerkrise stürzten.

Erst Christian Sewing ist es gelungen, den Bereich so zurechtzustutzen, dass er in der Post-Finanzkrisen-Ära ökonomisch Sinn ergibt. Nach dem großen Knall 2008 haben vor allem die Regulierer einen Kulturwandel im Investmentbanking erzwungen. Ob die Deutsche Bank diesen Wandel endlich verinnerlicht hat, wird sich schon bald zeigen, wenn Sewing mit seinen Bankern über die Boni für dieses Jahr verhandelt.

Mehr: Große Sorge wegen Kreditausfällen: EZB schreibt Brandbrief an Großbanken

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