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Kommentar Nike-Manager Parker klebte zu lange am Chefsessel

Der Rücktritt des Nike-Chefs kommt zu spät. Der Konzern braucht jetzt dringend einen unabhängigen Kopf an der Spitze.
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Der Vorstandschef von Nike tritt demnächst zurück. Quelle: AP
Mark Parker

Der Vorstandschef von Nike tritt demnächst zurück.

(Foto: AP)

Der Werbeslogan ist legendär. „There is no finish line“, heißt es bei Nike. Zu Deutsch: Es gibt keine Ziellinie. Sportler sollen so animiert werden, immer weiter zu trainieren und dafür regelmäßig neue Ausrüstung zu kaufen. Das funktioniert, der Umsatz des weltgrößten Turnschuhherstellers steigt und steigt.

Auch Mark Parker hat sich an dem Spruch orientiert. Seit 2006 führt der Designer den Adidas-Konkurrenten. Bis vor Kurzem sah der 64-Jährige keinerlei Grund aufzuhören. Im Gegenteil, vergangenes Jahr kündigte er an, auch über 2020 hinaus als Vorstandschef an Bord zu bleiben.

Keine Frage, der Konzernchef hat viel richtig gemacht. Nike steht deutlich besser da als die deutschen Rivalen Adidas und Puma. Einen schweren Fehler aber hat er begangen: Parker klebte viel zu lange am Chefsessel. Mit dem riesigen wirtschaftlichen Erfolg einher gingen zuletzt Skandale, die Parker hätte verhindern können, ja müssen.

Es gab negative Schlagzeilen, die dem Konzern schwer geschadet haben und wohl noch auf lange Zeit belasten werden. So war es eine gewaltige Fehlentscheidung, mit einer eigenen, unter Dopingverdacht stehenden Trainingsgruppe im Spitzensport mitzumischen. Auch der Umgang mit Frauen war katastrophal, sowohl im Unternehmen als auch gegenüber Athletinnen.

So recht eingesehen hat Parker seine Versäumnisse nicht. Er tritt demnächst zwar als Vorstandschef zurück. Doch der Manager klammert sich an seinen Job als Chef des Verwaltungsrats. Und mit John Donahoe hat er einen Nachfolger engagiert, den er seit Jahren kennt, weil der ebenfalls in dem Aufsichtsgremium sitzt.

Dabei bräuchte der Konzern jetzt dringend einen unabhängigen Kopf an der Spitze. Jemand, der von außen kommend einen nüchternen Blick auf das Geschäftsgebaren wirft und schonungslos aufräumt. Donahoe hingegen steht künftig stets unter Beobachtung seines Vorgängers. Das sind keine guten Voraussetzungen, um Nike zu erneuern.

Mehr: Nach einer Reihe von Skandalen hört Nike-Chef Mark Parker auf. Er ist nicht der einzige Topmanager der Branche, der seinen Job aufgibt.

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