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Kommentar Nord Stream 2: Am Ende einer Eskalation stehen nur Verlierer

Kremlchef Putin will auf die US-Sanktionen gegen die Ostseepipeline Nord Stream 2 reagieren. Wie, ist noch unklar. Der Streit führt zu Problemen für alle Beteiligten.
19.12.2019 - 16:43 Uhr 2 Kommentare
Das Schiff gehört zum von den USA kritisierten Offshore-Dienstleister Allseas. Quelle: ddp images/abaca press
Pioneering Spirit

Das Schiff gehört zum von den USA kritisierten Offshore-Dienstleister Allseas.

(Foto: ddp images/abaca press)

Die USA haben mit den geplanten Sanktionen gegen die Ostseepipeline Nord Stream 2 einen Prozess mit unabsehbaren Folgen angestoßen. Dass der russische Präsident Wladimir Putin Gegenmaßnahmen ankündigt, kann niemanden überraschen.

Die Eskalationsspirale hat sich damit ein Stück weiter bewegt, Ergebnis offen. Die Bundesregierung droht vollends zwischen die Fronten zu geraten. Sie wird ihre Haltung in dem Konflikt künftig klarer zum Ausdruck bringen müssen.

Die Amerikaner gehen in Sachen Nord Stream 2 über die Grenzen des gerade noch Akzeptablen hinaus. Ihre Sanktionen richten sich vordergründig gegen Russland, sie treffen aber direkt die engsten Verbündeten. Mindestens ein europäisches Unternehmen wird durch die Sanktionen in seiner Existenz gefährdet. Zugleich wollen die Amerikaner das Recht der Europäer, selbst über ihre Energiebezugsquellen zu entscheiden, außer Kraft setzen. Mehr Provokation war selten.

Dass ausgerechnet US-Senator Ted Cruz an der Spitze der Bewegung steht und mit Drohungen gegen ein einzelnes Unternehmen Stimmung macht, muss besonders nachdenklich stimmen. Der Republikaner, einer der wichtigsten Initiatoren der Sanktionen, erhielt US-Medienberichten zufolge im vergangenen Jahr unter allen Senatoren die höchsten Zahlungen aus der amerikanischen Öl- und Gasindustrie.

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    Die Unternehmen haben hohes Interesse daran, verflüssigtes Erdgas (liquefied natural gas, kurz LNG) in Europa zu verkaufen. Dass die Europäer sich lieber mit günstigem Pipelinegas aus Russland versorgen lassen wollen, ist für sie inakzeptabel.

    „Geopolitische Machtgelüste“

    Wenn Cruz argumentiert, er wolle verhindern, dass Putin mit dem Verkauf von Gas nach Europa seine geopolitischen Machtgelüste finanziere, müssen die Europäer sich verhöhnt fühlen. Dieser Aspekt dürfte für Cruz allenfalls eine untergeordnete Rolle spielen.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel reagiert auf die Entwicklung in gewohnt indifferenter Art. Sie lehne die Sanktionen ab, sagte sie. Viel mehr ist ihr nicht zu entlocken. Damit wird sie aber auf Dauer nicht über die Runden kommen.

    Es müsste jetzt vordringliches Ziel der Bundesregierung sein, in Brüssel für eine gemeinsame Strategie der EU zu werben. Es geht darum, europäische Unternehmen vor Willkür der USA zu schützen. Die exportstarke deutsche Wirtschaft könnte besonders stark betroffen sein, wenn extraterritoriale Sanktionen zum neuen Werkzeug der US-Außenpolitik werden sollten.

    Die Hoffnung, dass US-Präsident Donald Trump dem Sanktionsgesetz noch seine Unterschrift verweigert, ist leider unbegründet. Im Gegenteil: Trump liebt die Provokation.

    Mehr: Der russische Präsident kündigte im Streit um Nord Stream 2 Vergeltungssanktionen gegen die USA an. Bei den Impeachment-Vorwürfen unterstützt Putin jedoch seinem Amtskollegen Trump.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Nord Stream 2: Am Ende einer Eskalation stehen nur Verlierer"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die US-amerikanische Willkür ist unerträglich, die Sanktionen nicht nur ein unfreundlicher, sondern schon ein feindlicher Akt. Es ist bezüglich des Themas von der Bundesregierung wie auch von der EU zu erwarten, dass dieses "Recht des Stärkeren" unmissverständlich in die Schranken gewiesen und eine klare Kante gegenüber den USA gezeigt.

    • Nur Verlierer? Keineswegs. Von meinen Aktien haben dieses Jahr die russischen mit Abstand am besten performt.
      Die mit der allerbesten Performance habe ich hier sogar vor einigen Jahren (mit bestem Gewissen) empfohlen:
      https://www.finanzen.net/aktien/norilsk_nickel-aktie
      War nämlich klar: wenn Diesel dämonisiert wird, braucht man erst einmal deutlich mehr Palladium für Katalysatoren von Otto-Motoren. Und Südafrika als weiteres großes Palladium-Förderland geht gerade komplett den Bach runter.
      Schade übrigens, dass der Baron von Fink hier nicht mehr schreibt. Ob er etwa seine chinesischen Geely-Aktien immer noch hält? ;-)

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