Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Norsk Hydro ist ein Vorbild für deutsche Konzerne bei der Cyberabwehr

Ein Cyberangriff trifft Norsk Hydro hart, doch der Konzern reagiert vorbildlich. Den Fall sollte jedes Unternehmen zum Anlass nehmen, über die eigene Absicherung nachzudenken.
Kommentieren
Der Aluminiumhersteller informierte Öffentlichkeit und Börse umgehend. Quelle: dpa
Hackerangriff

Der Aluminiumhersteller informierte Öffentlichkeit und Börse umgehend.

(Foto: dpa)

Bei Norsk Hydro herrscht in diesen Tagen der Ausnahmezustand. Nach einem massiven Cyberangriff kann der norwegische Aluminiumhersteller nur im Notbetrieb produzieren. Wie lange es dauert, den Normalzustand herzustellen, ist unklar und damit ebenso, wie hoch der Schaden ausfällt.

Der Vorfall zeigt, dass es in den IT-Systemen von Norsk Hydro eine gravierende Schwachstelle geben muss. Die professionelle Reaktion des Konzerns beweist allerdings auch, dass er mit einem Notfallplan gut vorgesorgt hat. Zumindest in dieser Hinsicht ist der Konzern ein Vorbild, auch für viele deutsche Unternehmen.

Die Gefährdung ist groß und vielschichtig. Mehr als 80 Prozent der Industrieunternehmen berichten, dass die Zahl der Cyberangriffe in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. In diesem Zeitraum entstanden Schäden in Höhe von 43 Milliarden Euro, wie der IT-Verband Bitkom errechnet hat. Die Wirtschaft steht unter Beschuss.

IT-Sicherheit ist daher eine so zentrale Aufgabe, dass der Vorstand dafür Verantwortung trägt. Es ist allerdings utopisch, alle Angriffe abwehren zu können Zu komplex sind die IT-Systeme, zu nachlässig die Anwender, zu findig die Kriminellen. Daher müssen die Geschäftsführungen in dem Wissen handeln, dass immer wieder jemand die Schutzmechanismen aushebelt.

Bei Norsk Hydro scheint der Notfallplan zu funktionieren. So informierte der Hersteller die Öffentlichkeit und Börse umgehend über den Cyberangriff über Facebook. Die eigene Website war nicht mehr online. Und bald darauf trat mit dem Finanzchef ein Vorstand vor die Presse. So eine vorbildliche Krisenkommunikation kommt nicht spontan. Das ist vorbereitet. 

Vorsorge hat der Konzern außerdem mit einem robusten System für Datensicherung getroffen: Er betont, dass er alle wichtigen Informationen wiederherstellen kann, die der Verschlüsselungstrojaner unlesbar gemacht hat. Auffällig ist außerdem, dass der Aluminiumriese schon früh externe Fachleute und die Polizei einbezieht. Und dass er offensichtlich gut versichert ist. 

Den Fall Norsk Hydro sollte jedes Unternehmen zum Anlass nehmen, über ihre eigene Absicherung nachzudenken. Wie es geht, lässt sich hier bestens beobachten.



Startseite

Mehr zu: Kommentar - Norsk Hydro ist ein Vorbild für deutsche Konzerne bei der Cyberabwehr

0 Kommentare zu "Kommentar: Norsk Hydro ist ein Vorbild für deutsche Konzerne bei der Cyberabwehr"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote