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Kommentar Notenbanken testen neues Instrument in der Coronakrise

Geldpolitiker suchen derzeit verzweifelt nach neuen Mitteln gegen die Folgen der Coronakrise. Große Hoffnungen setzen sie in die Steuerung der Zinskurve.
24.06.2020 - 17:01 Uhr 1 Kommentar
Die japanische Notenbank praktizierte bereits 2016 eine Politik zur Kontrolle der Zinskurve. Quelle: Reuters
Die Zentrale der japanischen Notenbank in Tokyo

Die japanische Notenbank praktizierte bereits 2016 eine Politik zur Kontrolle der Zinskurve.

(Foto: Reuters)

Krisen waren schon immer Zeiten, in denen sich Innovationen in der Geldpolitik durchgesetzt haben. So auch jetzt. Das neueste Instrument, über das Geldpolitiker weltweit diskutieren, ist die Kontrolle der Zinskurve. Dahinter steht die Idee, dass die Notenbank nicht nur für die kurzfristigen Zinsen ein Ziel vorgibt, sondern auch für die langfristigen.

Die japanische Notenbank praktiziert dies bereits seit Längerem. Neuerdings macht dies auch die australische Notenbank. Bald könnten möglicherweise auch die US-Notenbank Fed und die Bank von England dem Beispiel folgen. Bislang steuern diese Notenbanken die langfristigen Zinsen nur implizit. Sie wollen durch Anleihekäufe die langfristigen Zinsen senken, nennen aber kein Ziel, auf welches sie diese drücken wollen.

Befürworter der Kontrolle der Zinskurve argumentieren, dass Anleihekäufe dadurch effektiver wirken. Durch die flexible Handhabung, bis das Ziel erreicht ist, braucht man weniger Anleihekäufe, um die langfristigen Zinsen auf ein bestimmtes Niveau zu drücken, so das Argument. Kritiker dagegen fürchten Verzerrungen an den Märkten.

Im Vergleich zur Fed und zu anderen Notenbanken wäre es für die EZB deutlich schwerer, die Zinskurve zu kontrollieren. Schon deshalb, weil sie für 19 Euro-Länder zuständig ist und nicht die Zinsabstände zwischen diesen festlegen kann. Technisch gesehen hat jedoch das neue Kaufprogramm der EZB in der Coronakrise, genannt PEPP, gewisse Ähnlichkeiten mit einer Politik zur Kontrolle der Zinskurve.

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    Bei ihrem PEPP-Programm hält sich die EZB das monatliche Kaufvolumen bewusst offen. Sie hat lediglich ein Gesamtvolumen an Käufen bis Juni 2021 festgelegt. Zudem hat sie auch Flexibilität signalisiert, von der Bindung ihrer Käufe an den Kapitalschlüssel abzuweichen, der sich aus Bevölkerung und Größe der Wirtschaft ergibt. Auch hier geht es darum, dass die Käufe durch die Flexibilität effektiver wirken sollen und man dadurch weniger aktiv werden muss, um die eigenen Ziele zu erreichen.

    Nach der Finanzkrise 2008 haben die Notenbanken in den Industrieländern besonders weitreichende neue Instrumente wie massive Anleihekäufe in ihren Werkzeugkasten aufgenommen. In der aktuellen Krise geht es eher darum, die bestehenden Instrumente wirksamer zu gestalten und unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

    Mehr: Mit der AfD-Klage droht eine gefährliche Polarisierung der Geldpolitik.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Notenbanken testen neues Instrument in der Coronakrise"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • In Japan ist man auf die Ideen der Hern Friedrich August von Hayek nicht hereingefallen. Im Vereinigten Königreich hält man eher etwas von seinen eigenen Adeligen und arbeitet nach John Maynard Keynes, 1. Baron Keynes, er war Mathematiker. Man ist in Japan mit Keynes-Erkenntnissen ziemlich erfolgreich. Japan benötigt keine Gastarbeiter oder Migranten, man bewältigt das Altersproblem und hält dabei noch mit in den Spitzenpositionen der Digitalisierung. Gibt es in Japan eine Infrastruktur-Lücke, gibt sofort die Notenbank das Geld für die Investition. So erhält man aus geschöpftem Geld hervorragende Werte mit denen man weltweit konkurrenzfähig bleibt. Keine Inflation, nur BlaBla von der Gefahr der Inflation, wie Kinder-Erschrecken vom Schwarzen Mann in der Nacht. Japan kämpft ständig gegen Deflation. Kann man vielleicht mal in der Realität ankommen, in Deutschland???

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