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Kommentar Nur die Uno kann den Krieg in Syrien noch beenden

Überholte Partikularinteressen heizen den Syrienkrieg immer weiter an. Nur die Uno kann Frieden bringen und damit eine zweite Flüchtlingskrise abwenden.
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Die Region Idlib ist die letzte abtrünnige Provinz in Syrien. Quelle: AFP
Rauch Bombardierungen des syrischen Regimes

Die Region Idlib ist die letzte abtrünnige Provinz in Syrien.

(Foto: AFP)

Es kann nicht oft genug gesagt werden: Der Krieg in Syrien dauert länger als der Zweite Weltkrieg. Und er dauert immer noch an, weil die Beteiligten nicht einlenken wollen. Jetzt hat die Armee des syrischen Präsidenten Baschar Assad erneut den Sturm auf die Provinz Idlib erklärt, die an die Türkei grenzt. Mehr als 500 Zivilisten sind dabei bereits getötet worden, darunter über 100 Kinder.

Noch schlimmer ist nur die Erkenntnis, dass die Schlacht vermeidbar wäre. Doch ein Waffenstillstand ist weit entfernt, weil er den Interessen der beteiligten Länder widerspricht. Die einzige Lösung: eine Uno-Friedensmission. Idlib ist die letzte syrische Rebellenbastion. Über eine halbe Million Zivilisten leben dort, außerdem Hunderte Kämpfer der HTS-Rebellentruppe, die aus Mitgliedern der Terrorgruppe al-Qaida bestehen soll.

Die Türkei hat zwölf militärische Beobachtungsposten in Idlib postiert, auch, um die eigenen Grenzen zu schützen. Die syrische Führung will die letzte abtrünnige Region unter Kontrolle bringen. Der Iran unterstützte zumindest zu Beginn mit Bodentruppen. Die Schutzmacht Russland duldet das und hat nach eigener Aussage sogar eigene Truppen in Idlib. Der geopolitische Seitenhieb, den Präsident Putin damit gegen den türkischen Staatschef Erdogan austeilt, ist unübersehbar.

Bundesaußenminister Heiko Maas sagte vor einem Jahr, dass er alle unterstützen wolle, die sich in Idlib für Frieden einsetzen. Doch bei der Kampflust der beteiligten Kriegsparteien verfliegen solche Aussagen schnell. Die Pattsituation in Idlib hat zu viel Leid verursacht, um weiter abzuwarten. Ein Mandat der Vereinten Nationen würde die Kämpfe unmittelbar beenden, Hilfslieferungen ermöglichen – und den Kriegsparteien Zeit geben, über Lösungen nachzudenken.

Europa würde eine zweite Flüchtlingskrise abwenden. Der Syrienkrieg wird so oder so als trauriges Kapitel in die Geschichtsbücher eingehen. Noch schlimmer wäre es allerdings, wenn er wegen Untätigkeit der Staatengemeinschaft nicht endet.

Mehr: Die Regierungstruppen von Präsident Assad können einen wichtigen Erfolg vermelden. Mit russischer Unterstützung ist die Eroberung einer strategisch wichtigen Stadt gelungen.

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