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Kommentar Nur Unternehmen, die auch Rückschläge verkraften, haben in Indien eine Chance

Das Land leidet stark unter der Krise. Besonders problematisch ist das für Unternehmen, die sich mit falschen Erwartungen auf den Subkontinent gestürzt haben.
26.11.2020 - 15:05 Uhr Kommentieren
Indien registriert täglich Tausende neue Fälle. Quelle: dpa
Frau mit Mund-Nasen-Schutz in Neu Delhi

Indien registriert täglich Tausende neue Fälle.

(Foto: dpa)

Indiens Premierminister Narendra Modi liebt große Versprechungen. Besonders gern lässt er sich damit zitieren, dass er sein Land bis zur nächsten Parlamentswahl im Jahr 2024 zur Fünf-Billionen-Dollar-Volkswirtschaft machen werde. Das entspricht einer Verdopplung der Wirtschaftsleistung im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Dieses Vorhaben klang schon vor dem Beginn der Coronakrise überambitioniert. Doch Modi wiederholt es auch jetzt noch – obwohl ein historischer Konjunktureinbruch in diesem Jahr das Land noch weiter von dieser Zielmarke entfernt.

Um Modis Fünf-Billionen-Dollar-Prognose doch noch fristgerecht wahr zu machen, bräuchte Indiens Wirtschaft ab sofort jährliche Wachstumsraten von mehr als 15 Prozent. Es ist offensichtlich, dass es dazu nicht kommen wird.

Modis Weigerung, diese Realität anzuerkennen, verstärkt ein Problem, das Geschäfte in Indien schon seit Langem prägt: Überhöhte Erwartungen, die in dem Subkontinent den neuen Wachstumsgaranten für die Weltwirtschaft sehen, führen beinahe zwangsläufig zu ebenso großen Enttäuschungen.

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    Dass Konzerne aus dem Westen in der Vergangenheit großes Interesse an Indien zeigten, ist zwar verständlich: Mit seinen bereits jetzt knapp 1,4 Milliarden Einwohnern wird Indien in wenigen Jahren zum bevölkerungsreichsten Land der Erde aufsteigen – ein gigantischer Markt mit großem Potenzial. Bei Themen wie der Infrastruktur und der Automatisierung ist der Nachholbedarf enorm – für die deutsche Industrie bieten sich dabei sicherlich interessante Möglichkeiten.

    Doch viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren feststellen müssen, dass in Indien gute Technik und bekannte Namen noch lange kein Selbstläufer sind. Der Rückzug des Motorradherstellers Harley-Davidson nach enttäuschenden Absatzzahlen ist dafür das jüngste Beispiel.

    Indien ist ein schwieriger Markt mit Regulierungen, die zum Teil noch aus der Zeit des Sozialismus stammen, einem Wirrwarr an unterschiedlichen Vorschriften zwischen den 28 Bundesstaaten und einer Wirtschaftspolitik mit Vorliebe für Protektionismus. Zwar hat Modi in den vergangenen Monaten durchaus wichtige Reformen auf den Weg gebracht – etwa bei der Vereinfachung des komplexen Arbeitsrechts und mit Blick auf die Liberalisierung der Landwirtschaft. Doch ausländische Unternehmer, die sich schnelle Erfolge erhoffen, sind in Indien nach wie vor am falschen Ort.

    Die massiven Umsatzeinbrüche, die westliche Konzerne nun als Folge der Coronakrise und Modis striktem Lockdown erleiden, könnten nun eine natürliche Auslese einleiten: Nur wer auch Rückschläge verdauen kann, hat in Indien eine Chance.

    Mehr: Strikter Lockdown trifft deutsche Firmen in Indien hart.

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