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Kommentar Ob die Bundesregierung will oder nicht: Der Stromverbrauch in Deutschland wird steigen

Die Bundesregierung muss sich der Erkenntnis stellen, dass der Stromverbrauch bis 2030 deutlich steigen wird. Bislang macht sie es sich zu einfach.
09.11.2020 - 18:01 Uhr Kommentieren
Aktuell erwartet die Bundesregierung einen sinkenden Stromverbrauch. Quelle: dpa
Umspannwerk in Schleswig-Holstein

Aktuell erwartet die Bundesregierung einen sinkenden Stromverbrauch.

(Foto: dpa)

Die jüngsten Berechnungen von Aurora Energy Research belegen, was in der Bundesregierung niemand so recht wahrhaben will: Der Stromverbrauch wird in Deutschland in den kommenden Jahren eher steigen als gleich bleiben oder gar sinken. Die Politik muss sich dieser Realität stellen.

Das Bundeswirtschaftsministerium macht es sich bislang zu einfach. Wenn es um die Frage geht, mit welchem Bruttostromverbrauch man für 2030 rechnet, verweist das Haus auf eines der Szenarien des Netzentwicklungsplans 2030, den die Stromnetzbetreiber erstellt haben. Die Bundesnetzagentur bestätigte den Plan Ende 2019.

580 Terawattstunden Strom werden darin als Bruttostromverbrauch für 2030 veranschlagt. Der prognostizierte Wert entspricht also in etwa dem heutigen Bruttostromverbrauch. Bleibt also alles, wie es ist? Nein, ganz und gar nicht.

Deutschland hat zwischenzeitlich eine Wasserstoffstrategie verabschiedet; die EU-Staaten sind im Begriff, das Klimaziel für 2030 zu erhöhen; die Bundesregierung selbst treibt den Hochlauf der Elektromobilität mit erheblichem Mitteleinsatz voran.

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    Eine Industriebranche nach der anderen rechnet vor, dass sie in Zukunft gigantische Mengen Strom benötigen wird, um daraus grünen Wasserstoff herzustellen, mit dessen Hilfe sich Stahl, Zement oder Chemieprodukte klimaneutral herstellen lassen.

    Wie man es auch dreht und wendet: Es wird mehr Strom benötigt. Das Ziel, den Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch bis 2030 auf 65 Prozent zu erhöhen, bekommt vor diesem Hintergrund eine neue Bedeutung. 65 Prozent von einer deutlich gestiegenen Strommenge sind weitaus mehr als die 65 Prozent auf der Basis der Annahmen der Bundesregierung.

    Klassisches Dilemma

    Viele Politiker, Branchenvertreter und Fachleute haben schon an die Bundesregierung appelliert, ihre Zahlen zu überdenken. Zuletzt hat auch der Bundesrat die Bundesregierung angemahnt, den Ausbau erneuerbarer Energien im Stromsektor voranzubringen, damit das 65-Prozent-Ziel vor dem Hintergrund eines insgesamt steigenden Stromverbrauchs erreichbar bleibt.

    Die Bundesregierung tut sich schwer, sich der Entwicklung zu stellen. Dafür hat sie ihre Gründe. Wer beim Stromverbrauch die Vorzeichen ändert, muss die Ausbaupfade steil nach oben korrigieren. Das wiederum führt zwangsläufig zu Problemen: Wachsende Akzeptanzprobleme und steigender Bedarf beim Netzausbau sind nur zwei davon.

    Wenn die Bundesregierung jedoch alles beim Alten lässt, wirken ehrgeizige Ziele, wie sie etwa in der Wasserstoffstrategie formuliert sind, unglaubwürdig. Die Bundesregierung steckt somit in einem klassischen Dilemma. Dennoch wird sie sich entscheiden müssen.

    Mehr: Bundesrat kritisiert Altmaiers EEG-Novelle.

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