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Kommentar Opec+ braucht mehr Disziplin

Mit der unerwartet hohen Förderkürzung demonstriert das Ölkartell seine Macht. Doch so leicht lässt sich die Glaubwürdigkeit nicht wieder herstellen.
06.12.2019 - 19:16 Uhr Kommentieren
Die überraschend große Kürzung der Ölförderung ist ein kluger Schritt der Opec+. Quelle: Reuters
Opec

Die überraschend große Kürzung der Ölförderung ist ein kluger Schritt der Opec+.

(Foto: Reuters)

Die Marktreaktion war nach der Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und Russland eindeutig. Der Preis der Nordseeölsorte Brent sprang am späten Freitagnachmittag zeitweise um drei Prozent nach oben. Die Opec+, wie sich das Bündnis des Ölkartells mit zehn Nicht-Opec-Mitgliedern unter Führung Russlands nennt, demonstrierte ihre Macht. Denn die Kürzung der Ölförderung fällt mit insgesamt 2,1 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag größer aus, als das Gros der Analysten ursprünglich erwartet hatte.

Das Bündnis unter der Führung von Saudi-Arabien und Russland will zu der bereits vorhandenen Kürzung von 1,2 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag eine weitere halbe Million Fass aus dem Markt nehmen. Darüber hinaus sind die Saudis bereit, freiwillig 400.000 Barrel Rohöl weniger zu fördern. Mit der Freiwilligkeit ist es allerdings nicht weit her. Denn Riad braucht nach dem Börsengang von Saudi Aramco, dem größten Ölkonzern der Welt, dringend eine kalkulierbare Preisentwicklung.

Die überraschend große Kürzung der Ölförderung ist daher ein kluger Schritt der Opec+. Denn weltweit herrscht eine Überversorgung mit dem „schwarzen Gold“. Die nachlassende Weltkonjunktur und mögliche Handelskonflikte hängen wie Damoklesschwerter über dem Ölmarkt.

Die Zeiten, in denen das Ölkartell noch von höheren Preisen träumte, sind ohnehin passé. In der fragilen Marktsituation geht es den Förderländern darum, das bisherige Preisniveau zu stabilisieren. Allein dieses Ziel zu erreichen, ist alles andere als einfach. Angesichts der Fragilität des Marktes ergibt eine Sondersitzung der Opec im März viel Sinn. Dann können die 24 Länder der Opec+ ihre Strategie zeitnah korrigieren.

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    Neben den USA treten neue Förderländer in Südamerika wie Brasilien auf die Weltbühne, die für manche Überraschung noch sorgen könnten. Das lateinamerikanische Schwergewicht war bereits diesmal Beobachter bei der Opec+-Konferenz. Will das Ölkartell seine Macht ausbauen, wird es um die Aufnahme weiterer Mitglieder wie Brasilien nicht herumkommen.

    Der Erfolg steht und fällt aber mit der Disziplin der Opec+-Staaten. In diesem Jahr war es damit nicht weit her. Nigeria, aber auch Russland und Kasachstan scherten aus. Das Opec-Mitglied Irak förderte sogar mehr Öl statt weniger.

    Es war daher kein Zufall, dass der saudische Ölminister Prinz Abdul Aziz Bin Salman und der russische Energieminister Alexander Nowak ihre Amtskollegen aus dem Irak und Nigeria vor der Weltpresse in Wien antreten ließen, um öffentlich ihr hundertprozentiges Bekenntnis zur Förderkürzung abzulegen. Doch ganz so einfach lässt sich die verlorene Glaubwürdigkeit der Opec+ im Markt nicht wieder herstellen.

    Mehr: Dem Ölkartell Opec fehlt es an Schlagkraft, meint Handelsblatt-Korrespondent Jakob Blume.

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