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Kommentar Opec öffnet die Ölschleusen – die Ölpreisrally hat ihren Zenit überschritten

Die Opec-Länder produzieren ab dem kommenden Jahr deutlich mehr Öl. Das lässt Sorgen vor Ölpreisen über 80 Dollar schwinden.
19.07.2021 - 17:37 Uhr Kommentieren
Die Mitglieder des Ölkartells erhöhen die Ölproduktion deutlich. Quelle: Reuters
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Die Mitglieder des Ölkartells erhöhen die Ölproduktion deutlich.

(Foto: Reuters)

Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) dreht den Ölhahn ordentlich auf – so lassen sich die technischen Details des am Sonntag verabschiedeten Deals zusammenfassen. Zwar haben sich die 13 Opec-Staaten und die zehn Mitglieder der erweiterten Opec-plus-Allianz auf eine moderate und schrittweise Anhebung der Ölproduktion bis Ende 2021 verständigt.

Doch spätestens ab dem kommenden Jahr kommt deutlich mehr Öl auf den Markt. Dann gelten neue Berechnungsgrundlagen für die Förderquoten der größten Ölproduzenten – und für Saudi-Arabien, Russland und Co. bedeutet das: Sie dürfen mehr Öl pumpen. Aus europäischer Sicht ist der Deal eine gute Nachricht: Die Sorgen schwinden, dass der Ölpreis weiter kräftig steigen könnte.

Es spricht viel dafür, dass die Ölpreisrally ihren Zenit überschritten hat. Nach extrem volatilen Monaten, in denen das schwarze Gold zunächst unter 20 Dollar fiel und schließlich auf knapp 80 Dollar kletterte, dürfte am Ölmarkt etwas Ruhe einkehren.

Schon jetzt nehmen die Ölmärkte vorweg, dass die Opec ihre Förderkürzungen schrittweise abbaut und dem Markt damit genügend Rohöl zur Verfügung stellt. Dass der Kompromiss erst nach einer gut zweiwöchigen Blockade zustande kam, spricht zudem dafür, dass die Position der Saudis als Befürworter einer strikten Förderpolitik etwas geschwächt ist. Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate oder der Irak, die schon länger eine höhere Opec-Produktion befürwortet haben, errangen einen Verhandlungserfolg.

Dennoch: Auch nach unten dürfte der Ölpreis nur wenig Spielraum haben. Schon jetzt hat er von seinem Höhepunkt vor zwei Wochen etwa neun Prozent eingebüßt. Den Eintritt in einen Bärenmarkt, bei dem der Ölpreis um 20 Prozent unterhalb des Hochs fällt, werden die Saudis zu verhindern wissen.

Das wichtigste Ziel, dass die Opec-plus-Allianz auch im kommenden Jahr ihre Förderpolitik eng abstimmt, hat das Königreich erreicht. Damit behält es ultimativ die Kontrolle. Zudem hat das Land in der Vergangenheit gezeigt, dass es zur Not auch im Alleingang einen Preisverfall am Ölmarkt stoppen kann.

Dass die Saudis noch mal eingreifen müssen, ist nicht ausgeschlossen: Das Königreich musste dem Druck nachgeben und eine Anhebung der Ölproduktion bis weit ins kommende Jahr akzeptieren – in dem Wissen, dass bei Fortschritten in den Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran auch der Erzrivale womöglich wieder legal Öl exportieren darf. Damit wird eine mögliche Aufhebung der Iransanktionen zum neuen Unsicherheitsfaktor am Ölmarkt.

Mehr: Opec macht Weg frei für höhere Ölproduktion – Emirate geben Blockade auf.

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