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Kommentar Opel braucht einen neuen Sanierungsplan

Der Autobauer braucht Absatzimpulse. Opel darf nicht nur auf Kosten achten, die Traditionsmarke muss schnellstmöglich aus Kundensicht gedreht werden.
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Der Autohersteller baut Hunderte Jobs ab. Quelle: Bloomberg/Getty Images
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Der Autohersteller baut Hunderte Jobs ab.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Sparen, so bläut es Opel-Chef Michael Lohscheller seiner Truppe unermüdlich ein, ist eine täglich zu praktizierende Übung. Beim Streben nach Effizienz gibt es keine Pause. Andere Autohersteller mögen den Gewinneinbrüchen in der Branche mit Einmalaktionen begegnen, bei der Marke mit dem Blitz gelte es dagegen, dauerhaft alle Bereiche zu optimieren.

Lohscheller bricht dabei mit einer altbewährten Formel in der Autowelt. Aus seiner Sicht führen mehr Investitionen und mehr Autos keineswegs automatisch zu einem besseren Absatz und Ergebnis. Er will vielmehr beweisen, dass die Gewinne von Opel auch dann steigen, wenn die Firma weniger Autos verkauft – vorausgesetzt, die Effizienz stimmt und die Kunden geben mehr Geld pro Fahrzeug aus.

Prinzipiell ist das ein kluger Ansatz. Das Problem dabei ist nur: Je stärker der Absatz schrumpft, desto schneller verpufft auch der Effekt der geringeren Kosten. Ein nicht verkauftes Auto bringt nun mal keinen Deckungsbeitrag.

Und leider verkauft Opel immer weniger Neuwagen. Im ersten Halbjahr lieferten die Rüsselsheimer lediglich 475.000 Pkws in Europa aus. Das ist ein Minus von 4,1 Prozent im Vergleich zum ohnehin schwachen Vorjahreswert.

Um zu verhindern, dass diese Markteinschläge wie früher auf die Bilanz der Hessen durchschlagen und Verluste anfallen, werden dauernd Stellen gestrichen. Die Belegschaft fungiert als Blitzableiter. Seit der Übernahme durch den französischen Autobauer PSA im Sommer 2017 hat Opel den Abbau von 6 800 Stellen besiegelt. Nun wackeln allein am Stammsitz in Rüsselsheim nochmals mehr als 600 Jobs.

Opel-Frontmann Lohscheller darf jetzt nicht nur auf die Kosten achten, er muss die Traditionsmarke auch schnellstmöglich aus Kundensicht drehen. Andernfalls könnten sich die düsteren Prognosen des CAR-Instituts bewahrheiten, wonach Opel Ende 2021 nur noch 26.100 Beschäftigte haben könnte. Das wären 11.300 Mitarbeiter weniger als vor der Rettung durch PSA.

Mehr: Hunderte Opel-Facharbeiter lehnen es weiter ab, freiwillig zum Dienstleister Segula zu wechseln. Nun will sie der Autohersteller zwangsversetzen.

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