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Kommentar Opel ist gerettet – aber die Marke schwer beschädigt

Die Mitarbeiter von Opel atmen auf, der Sanierungspakt steht. Allerdings bleibt das Kernproblem: Opel laufen die Kunden weg.
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Opel ist gerettet – aber die Marke schwer beschädigt Quelle: Reuters
Opel-Werk in Eisenach

Der Kompromiss zwischen Opel-Management und Gewerkschaften löst das Kernproblem nicht: Die Kunden bleiben weg.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfEs ist vollbracht. Nach monatelangem Hickhack haben sich Betriebsrat, IG Metall und Geschäftsführung endlich darauf geeinigt, wie Opel saniert werden soll. Die gute Nachricht für die Mitarbeiter: Die drei Werke in Kaiserslautern, Eisenach und Rüsselsheim bleiben allesamt erhalten.

Hunderte Millionen werden investiert. Der Personalabbau ist auf 3700 Beschäftigte begrenzt. Die verbleibenden etwa 15.300 Jobs in Deutschland sind bis zum Sommer 2023 gesichert.

Keine Frage: Das ist ein Durchbruch. Ein Kompromiss, bei dem beiden Seiten ihr Gesicht wahren. So positiv diese Entwicklung auch ist, das Kernproblem ist damit freilich nicht gelöst: Opel laufen die Kunden weg. Der Marktanteil des Rüsselsheimer Traditionsunternehmens befindet sich auf einem Allzeittief.

Nur noch 5,4 Prozent aller Pkw in Europa sind Opel-Neuwagen. So schlecht stand der Konzern noch nie da. Vor der Übernahme durch den französischen Konzern PSA (Peugeot, Citroen) vor gut einem Jahr lag der Markanteil immerhin noch bei mehr als sechs Prozent.

Zum Vergleich: Mitte der 1990er-Jahre, in den letzten etwas glanzvolleren Zeiten von Opel, war der Marktanteil der Firma weit mehr als doppelt so hoch. Doch an diese Erfolge kann Opel schon lange nicht mehr anknüpfen.

Seit fast zwei Jahrzenten schreibt der Autobauer unentwegt Verluste. Die einzige Konstante ist die Krise. Das Alleinstellungsmerkmal scheint der immerwährende Sparkurs. Mit der Kampagne „Umparken im Kopf“ versuchte Ex-Chef Karl-Thomas Neumann der Marke wieder ein cooleres Image zu verpassen.

Sein Nachfolger Michael Lohscheller propagiert nun, Opel sei „Hightech“ für alle. Konkreter: deutsche Ingenieurskunst für die Masse. Die Kunden hören diese Versprechen, aber sie glauben nicht daran. Sie vermissen die Substanz dahinter.

Während andere Autohersteller längst an Smartphones auf Rädern arbeiten, an voll vernetzen Autos mit cleveren Sprachassistenten, und dazu umfassende Mobilitätsplattformen entwickeln, irrlichtert Opel weiter im analogen Zeitalter umher.

Dabei predigen Marketinggurus gerne, Vergangenheit habe Zukunft. Und kaum ein anderer Autohersteller blickt auf solch eine Historie wie Opel.

Beliebigkeit als größte Gefahr

Vor 120 Jahren rollte der erste Wagen aus der Fabrik in Rüsselsheim. Aber wenn Opel auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch Bestand haben soll, muss der Konzern eine Vision für die Zukunft entwickeln.

Wofür soll die Marke stehen? Warum sollen Kunden einen Opel kaufen und nicht einen Dacia oder einen Skoda? Hier liegt die Wurzel des Problems. Ohne ein echtes Alleinstellungsmerkmal wird es schwer für Opel zu überleben.

Unter dem Dach von PSA besteht zudem die Gefahr, dass die Opel-Modelle jenen der französischen Schwestermarken immer ähnlicher werden. Beliebigkeit wäre für die Rüsselsheimer aber wohl der endgültige Tod.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Opel ist gerettet – aber die Marke schwer beschädigt "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Opel ist inzwischen eine "Marke" ohne Identität. Lange Jahre als deutsches Traditionsunternehmen von GM ausgehöhlt und totexperimentiert ist mit dem Notverkauf an die Franzosen nun der letzte Rest der Glaubwürdigkeit einer "Marke Opel" verschwunden.

    Das badge-engineering kommt so langsam an seine Grenzen. Wenn ich ein französisches Auto kaufen möchte dann tue ich das, bevorzuge ich ein deutsches dann habe ich breite Auswahl.

    Wer braucht die sterbenskranke Pseudomarke noch? Die Arbeitnehmer von Opel die noch nicht das Weite gesucht haben tun mir leid, das wird ein Sterben auf Raten - c´est la vie...

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