Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Osram hat sich zu früh auf die Übernahme durch Finanzinvestoren festgelegt

Der Sensorik-Spezialist AMS scheint bei Osram kurz vor dem Ziel. Die Osram-Spitze wird die Führung verlieren – und hat sich das selbst zuzuschreiben.
Kommentieren
Das Management des Konzerns ist nach seiner frühen Festlegung auf Finanzinvestoren nun düpiert. Quelle: Reuters
Osram

Das Management des Konzerns ist nach seiner frühen Festlegung auf Finanzinvestoren nun düpiert.

(Foto: Reuters)

Zugegeben, es gab nachvollziehbare Gründe für Osram, AMS nicht gleich mit offenen Armen zu empfangen. Der Sensorik-Spezialist ist deutlich kleiner als die Ex-Siemens-Tochter, die er übernehmen will. Mit der Integration eines so großen Zukaufs haben die Österreicher keine Erfahrung.

Zudem wollen sie die Übernahme erst einmal komplett mit Schulden finanzieren. Das wird eine große Last sein. Das Projekt ist, gelinde gesagt, ambitioniert. Allerdings zeigt sich nun, dass die Osram-Führung zu sehr auf eine andere Lösung gesetzt hat, nämlich die Übernahme durch Finanzinvestoren.

Nach mehreren Gewinnwarnungen schien es attraktiv, die Transformation nach einem Rückzug von der Börse mit Private-Equity-Eigentümern in aller Ruhe fortzusetzen. Diese Variante ist absehbar vom Tisch.

AMS hat die Offerte auf 41 Euro aufgestockt, die Annahmefrist endet am Dienstag um Mitternacht. Damit haben die Österreicher gute Chancen, die Mindestquote von 62,5 Prozent zu erreichen.

Ganz sicher ist dies immer noch nicht: Zum einen dürften die Kleinanleger von den vielen Schreiben ihrer Depotbanken verwirrt sein, es liegen mehrere Angebote parallel auf dem Tisch. Zudem ist offen, ob alle Investoren noch rechtzeitig reagieren konnten. Doch größter Osram-Aktionär sind die Österreicher bereits.

Bieterwettkampf erhöhte die Verschuldung

Den Finanzinvestoren Bain und Advent dürfte es so oder so schwerfallen, das erhöhte Angebot noch zu überbieten. Das Osram-Management ist nach seiner frühen Festlegung auf Finanzinvestoren nun düpiert.

Es wurde ein Bieterwettkampf angefacht, der den Kaufpreis in die Höhe getrieben hat – was eine noch höhere Verschuldung für den neuen Konzern bedeutet. Gewonnen hat wohl trotzdem die ungeliebte AMS.

Falls die Österreicher reüssieren, muss die Osram-Führung schnell auf Kooperationskurs einschwenken. Es gilt von diesem Punkt an, das Beste für Mitarbeiter und Aktionäre herauszuholen. Die Risiken sind groß: Es drohen Stellenabbau und der Verkauf von Unternehmensteilen.

Schließlich müssen die Synergien rasch geborgen und muss der Schuldenberg zügig abgebaut werden. Da müssen alle an einem Strang ziehen. Die Idee von AMS, die eigene Sensorik mit der Lichttechnik von Osram zu verbinden, ist aber gut. Das bestreiten selbst die widerspenstigen Münchner nicht.

Nach einer Übernahme durch AMS wird die bisherige Osram-Spitze die Führung verlieren. Zuzuschreiben hat sie das sich selbst. Wäre in den vergangenen Jahren in dem Münchener Unternehmen alles richtig gemacht worden, wäre es wohl nicht zu der überraschenden Attacke aus Österreich gekommen. Dann hätte eher Osram die kleinere AMS übernommen.

Mehr: Osram-Aktionäre haben noch bis Dienstag Zeit, sich für das AMS-Angebot zu entscheiden. Wie Experten die Lage für Aktienanleger jetzt einschätzen.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Osram hat sich zu früh auf die Übernahme durch Finanzinvestoren festgelegt

0 Kommentare zu "Kommentar: Osram hat sich zu früh auf die Übernahme durch Finanzinvestoren festgelegt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.