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Kommentar Paketdienste wachsen auf Kosten der Umwelt

Deutschlands Versender riskieren einen Konflikt mit der „Fridays for Future“-Bewegung. Denn die Retouren-Kultur und das Müllaufkommen werden immer mehr zum Problem.
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Das Müllaufkommen aus den meist aufwendigen Verpackungen wird zunehmend zur Last. Quelle: dpa
Paketzentrum von Deutsche Post und DHL

Das Müllaufkommen aus den meist aufwendigen Verpackungen wird zunehmend zur Last.

(Foto: dpa)

Die gute Nachricht vorab: Das Preisdumping in der Paketbranche, das den ohnehin gebeutelten Fahrern nicht selten ein Lohndumping bescherte, schwächt sich ab. Wie der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) gestern in Berlin berichtete, stieg die Anzahl der Sendungen 2018 um 4,9 Prozent, der Umsatz hingegen um 5,2. Rechnerisch ergibt sich daraus ein Preisanstieg von immerhin knapp drei Prozent.

Die Ertragskrisen bei den beiden Marktführern DHL und Hermes, die vergangenes Jahr in beiden Fällen zu einem Führungswechsel führten, haben offensichtlich an der Preisfront für Bewegung gesorgt. Ob es am Ende reichen wird, die oft prekären Arbeitsverhältnisse in der Branche in attraktive Jobs zu verwandeln, muss sich allerdings noch zeigen.

Doch mit dem ungehemmten Wachstum des Paketgeschäfts, in erster Linie befeuert durch den boomenden Onlinehandel, kommt es zu neuen Problemen. 3,52 Milliarden Paket-, Kurier- und Express-Sendungen gab es vergangenes Jahr in Deutschland, was den Lieferverkehr in den Innenstädten nach oben trieb. Doch schon jetzt befinden sich viele Metropolen in Sachen Stau und Luftverschmutzung am Rande des Zumutbaren.

Auch das Müllaufkommen aus den meist aufwendigen Verpackungen wird zunehmend zur Last. Nachzulesen ist dies in den Statistiken über den deutschen Berg an Plastikmüll, der seit Jahren stetig wächst.

Hinzu kommen Beschwerden von Umweltverbänden über das Retourenmanagement deutscher Onlineversender. Internetkaufhäuser wie Amazon und Otto, heißt es dort, würden massenhaft neuwertige Artikel vernichten, die ihnen Kunden bei Nichtgefallen zurücksenden. Gegen das von den Grünen ins Spiel gebrachte Vernichtungsverbot jedoch wehren sie sich heftig.

Ein „Weiter so“ aber ist riskant. Lenken die Akteure nicht ein, könnten auch sie bald auf der Agenda der „Fridays for Future“-Demonstranten landen.

Mehr: Onlinekunden erwarten kostenlose Lieferungen, doch steigende Preise der Paketdienste treiben die Kosten für die Händler. Die Verbraucher müssen sich auf einige Veränderungen einstellen.

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