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Kommentar Palme-Mord: Das Trauma der Schweden bleibt

Die Staatsanwaltschaft präsentiert den mutmaßlichen Mörder des Ex-Premiers Olof Palme – und stellt die Ermittlungen ein. Zweifel an der Polizeiarbeit lassen Raum für Verschwörungstheorien.
10.06.2020 - 13:23 Uhr 1 Kommentar
Die Ermittler wollen den mutmaßlichen Täter ausfindig gemacht haben. Quelle: AP
Gedenkstätte für Olof Palme in Stockholm

Die Ermittler wollen den mutmaßlichen Täter ausfindig gemacht haben.

(Foto: AP)

34 Jahre nach dem Mord an Schwedens früherem Ministerpräsidenten Olof Palme hat der zuständige Staatsanwalt Krister Petersson mit dem Schweden Stig Engström einen Täter präsentiert und gleichzeitig die Einstellung der Ermittlungen beschlossen. Da der Verdächtigte bereits vor zehn Jahren verstorben ist, könne man keine Anklage erheben und keine Verhöre führen.

Mit der Präsentation eines mutmaßlichen Täters wird das nationale Trauma, das Schweden bis heute beherrscht, nicht überwunden sein. Ob „eines der größten Verbrechen des Jahrhunderts in Europa“, wie die schwedische Zeitung „Aftonbladet“ kurz nach der Tat titelte, tatsächlich aufgeklärt ist und damit ein Schlussstrich unter die für viele Schweden so schmerzhafte Erinnerung gezogen werden kann, ist zweifelhaft.

Die vielen Fahndungspannen der vergangenen 34 Jahre haben nachhaltig am Image der schwedischen Polizei gekratzt, die nur in den unzähligen Schwedenkrimis einen professionellen Eindruck macht. Von einer Polizeiposse war zwischenzeitlich die Rede. Und das war noch freundlich. Unfähig und stümperhaft, könnte man die Arbeit auch bezeichnen, die Minister und Fahndungsleiter zu Fall gebracht hat.

Und auch der heutige Staatsanwalt Petersson sparte an diesem Mittwoch nicht mit Kritik. „Wenn wir vor 34 Jahren aktiv gewesen wären, wäre Engström festgenommen worden“, erklärte er.

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    Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen, die damaligen Fehler bei den Ermittlungen nicht rückgängig machen. Mehrere Zeugen, unter anderem Lisbeth Palme, die am Mordabend zusammen mit ihrem Mann im Kino war, sind bereits verstorben. Ob die jetzt präsentierten Indizien ausgereicht hätten, um Engström tatsächlich zu verurteilen, wird nie beantwortet werden können.

    Und damit bleiben weiterhin Zweifel, die Raum für diverse Mordtheorien lassen. Schon jetzt fordern einige Juristen und Privatermittler, dass eine Untersuchungskommission eingesetzt wird, um die Arbeit der Polizei und der Staatsanwaltschaft untersuchen zu lassen.

    Damit dürfte der Wunsch, nach 34 Jahren endlich einen Schlussstrich unter einen der spektakulärsten Mordfälle der jüngeren europäischen Geschichte zu ziehen, nicht in Erfüllung gehen.

    Mehr: Schweden müssen draußen bleiben: Corona-Strategie entzweit nordische Länder.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Palme-Mord: Das Trauma der Schweden bleibt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Nicht nur für die Schweden dürfte es problematisch sein, diese Story zu akzeptieren. Ich bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien. Wenn aber ein Mörder lange nach seinem Tod überführt wird und damit die Geschichte dieses Mordes ad acta gelegt werden soll habe ich so meine Bedenken. Entweder arbeiten bei der schwedischen Polizei tatsächlich nur Stümper oder es wird ein politisch motivierter Mord verschleiert. Hinweise auf ein Tatmotiv fehlen jedenfalls. Es wäre interessant, die diesbezüglichen Erkenntnisse der einschlägig tätigen Geheimdienste einsehen zu können.

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