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Kommentar Pauschales Misstrauen der Bafin gegenüber Hedgefonds ist falsch

Der Fall Wirecard zeigt: Die Finanzaufsicht muss nicht jedem Whistleblower ungeprüft glauben, sollte aber auch unbequemen Gesprächspartnern besser zuhören.
10.01.2021 - 13:30 Uhr Kommentieren
Die Behörde hat sich in der Vergangenheit insbesondere gegenüber angelsächsischen Investoren sehr misstrauisch gezeigt. Quelle: REUTERS
Hinweisschild zur Finanzaufsicht Bafin

Die Behörde hat sich in der Vergangenheit insbesondere gegenüber angelsächsischen Investoren sehr misstrauisch gezeigt.

(Foto: REUTERS)

Frankfurt Man kann von einem Puzzleteil nicht auf ein Bild schließen. Von vielen Puzzleteilen aber schon. Das gilt auch für das Verhältnis der Finanzaufsicht Bafin zu aktiven angelsächsischen Investoren und anderen unbequemen Gesprächspartnern. Einige Vorfälle zeigen nun, wie tief die Skepsis bei den Beamten der Behörde verankert war, wenn die aus ihrer Sicht falschen Akteure Hinweise auf Missstände – etwa bei Wirecard – geben wollten.

Das gilt für den Umgang mit einer New Yorker Hedgefonds-Managerin, die einerseits das Leerverkaufsverbot für Wirecard-Aktien kritisierte, zugleich aber Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei dem mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister in Aussicht stellte. Niemand bei der Bafin wollte ihre Argumente zumindest einmal anhören. Und das gilt für den pauschalen Verdacht der Bafin, mehrere Hedgefonds könnten 2016 gemeinsame Sache gegen Wirecard gemacht haben, weil die handelnden Akteure einen ähnlichen kulturellen nämlich britischen und israelischen Hintergrund gehabt hätten.

Eine Finanzaufsicht, die internationalen Investoren, Whistleblowern und anderen Informanten, gerade aus dem Ausland, so pauschal misstraut, kann auch die deutsche Finanzwelt nicht sauber kontrollieren. Denn dass deutsche (Finanz-)Konzerne oft genug im Ausland ihre Delikte verüben, dürfte nach dem Schmiergeldskandal von Siemens und den Fehltritten der Deutschen Bank eigentlich kein Geheimnis sein. Wenn die Bafin notwendige Aufdeckungs- und Aufräumarbeiten nicht allein ausländischen Behörden überlassen will, tut sie gut daran, auch angelsächsische Hedgefonds zu treffen und ihnen zuzuhören.

Das bedeutet nicht, dass Bafin-Aufseher jedem Leerverkäufer unbesehen alles glauben müssen. Natürlich haben Shortseller auch ein Eigeninteresse – und wo es ums Geld geht, wird auch mal getrickst und übertrieben. Aber Hinweise gewissenhaft zu prüfen richtet keinen Schaden an. Hinterher lässt sich immer noch danach sortieren, welcher Gesprächspartner Windbeutel und wer Spürnase war. Die prompte Reaktion der Bafin auf die Vorwürfe des Shortsellers Fraser Perring gegen die Leasingfirma Grenke geht – unabhängig vom Ausgang der Sonderprüfung – deshalb in die richtige Richtung.

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    Zur Wahrheit gehört aber auch: Das latente Misstrauen gegen Hedgefonds haben die deutschen Finanzaufseher nicht für sich gepachtet. Es gab genug andere Stimmen, die Anwürfe gegen Wirecard für einen Foulversuch des Finanzstandorts London gegen das deutsche Frankfurt hielten. Wer will, dass die Bafin aus vielfältigeren Quellen schöpft, muss akzeptieren, dass sie sich dann auch mit Akteuren trifft, die hierzulande kein gutes Image haben.

    Mehr: Der oberste Bankenaufseher der Bafin räumt Fehler im Wirecard-Skandal ein

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