Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Pekings Härte gegen Alibaba und Tencent ist richtig

Mit strenger Regulierung will China die größten Techfirmen des Landes bändigen. Der Schritt war überfällig – und birgt dennoch große Gefahren.
28.12.2020 - 15:40 Uhr 1 Kommentar
Der Technologie-Konzern gerät in den Fokus von Pekings Regulierungsbehörden. Quelle: AP
Alibaba

Der Technologie-Konzern gerät in den Fokus von Pekings Regulierungsbehörden.

(Foto: AP)

Die großen Technologiekonzerne in China haben sich mehr als zwei Jahrzehnte wenig um Regulierer geschert. Wie in den USA galt die Formel: „Move fast and break things.“ Ziel war es, Fakten zu schaffen und Marktmacht aufzubauen.

Währen in den Vereinigten Staaten und auch in Europa seit einigen Jahren Behörden versuchen, die Macht der Konzerne zu bändigen, ließ Peking die heimischen Firmen gewähren. Mehr noch: Internationale Wettbewerber wurden gezielt aus dem weltgrößten Internetmarkt in China ausgesperrt. In etlichen Branchen konnten die heimischen Firmen Monopole aufbauen – zum Schaden der Endkunden.

Das soll sich ändern. Pekinger Behörden kündigten eine Reihe neuer Regulierungsschritte an, um die Macht der Technologiefirmen einzugrenzen. Wenige Wochen zuvor hatten Behörden den geplanten weltgrößten Börsengang von Alibabas Finanztochter Ant Financial gestoppt.

Peking war beseelt von der Innovationskraft und Leistungsfähigkeit von Internetfirmen wie Alibaba, Tencent, Baidu oder Huawei. Entsprechend weit ließen die Behörden die Firmen gewähren. In Bereichen wie Fahrdienstvermittlung oder Essenslieferungen entstanden in vielen Bereichen des Landes durch Übernahmen de facto Monopole. Doch auch dort schritt Peking nicht ein.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Erst als Alibaba-Gründer Jack Ma offen die Behörden kritisierte und damit die Kommunistische Partei Chinas brüskierte, gab es ein Umdenken. Derzeit sieht es so aus, als ob insbesondere Alibaba und Tencent gezwungen werden sollen, sich stärker an Regeln zu halten und ihre Plattformen nicht länger abzuschotten. Bis heute lässt sich beim Onlineshopping von Alibaba nicht mit dem Bezahldienst von Tencent einkaufen, umgekehrt schottet sich auch Tencent ab.

    Der weltgrößte Hersteller von Mikrowellen, Galanz, geriet mitten in das Kräftemessen von Alibaba und Tencent. Eigentlich verkaufte die Firma viele ihrer Geräte über die Alibaba-Plattform. Nachdem sie zusätzlich auch Verkaufswege von Tencent in ihr Programm mitaufnahm, brach plötzlich der Umsatz auf der Alibaba-Plattform ein.

    Galanz vermutete, dass Alibaba zur Strafe für die Kooperation mit Tencent kurzerhand seine Kunden kaum noch Galanz-Produkte erwerben ließ. Sollten die Anschuldigungen stimmen – und es gibt zahlreiche Beispiele, die wie die Geschichte von Galanz klingen –, wäre Alibaba zu einem viel zu mächtigen Konzern mutiert, der seine Marktmacht missbraucht.

    Es wäre wichtig und richtig, wenn sich Pekings Behörden die Technologiefirmen im Land stärker vornehmen. Leider spricht jedoch vieles dafür, dass es Peking nicht so sehr um den Schutz von Wettbewerb und Verbrauchern geht. Stärker könnte das Motiv sein, dass die Kommunistische Partei im Land keine so mächtigen Spieler duldet wie die neuen Techkonzerne, die sie nicht direkt kontrolliert.

    Mehr: Wie sich Alibaba immer wieder neu erfindet – und zwar dort, wo Amazon keine Ideen hat.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Pekings Härte gegen Alibaba und Tencent ist richtig
    1 Kommentar zu "Kommentar: Pekings Härte gegen Alibaba und Tencent ist richtig"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Monopole müssen nicht nur nach ihrer Größe beurteilt werden, sondern vor allem wegen nachgewiesener nachteiliger Auswirkungen der Kontrolle auf den fairen, freien und offenen Marktaustausch von Waren und Dienstleistungen in Bezug auf die materiellen und/oder geistigen Eigentumsrechte jedes einzelnen Teilnehmers, der an dem Austausch beteiligt werden möchte. Alles andere sollte der unsichtbaren Hand überlassen werden, damit es seine Arbeit tun kann.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%