Kommentar Politische Risiken ziehen Europas Banken in den Abgrund

Die Berichtssaison der Banken steht bevor und schon jetzt ist klar: Während die Branche in den USA boomt, verschlechtern sich die Aussichten in Europa.
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Der CEO der US-Großbank JP Morgan schwärm von einem „goldenen Zeitalter“ für seine Bank. Quelle: Reuters
Jamie Dimon

Der CEO der US-Großbank JP Morgan schwärm von einem „goldenen Zeitalter“ für seine Bank.

(Foto: Reuters)

FrankfurtIn wenigen Tagen werden die Banken in den Vereinigten Staaten und Europa damit beginnen, ihre Ergebnisse für das zweite Quartal auf den Tisch zu legen. Dabei dürften sich die mittlerweile hinreichend bekannten transatlantischen Kräfteverhältnisse kaum verschieben.

Während Jamie Dimon, der Chef des Wall-Street-Riesen JP Morgan, von einem „goldenen Zeitalter“ schwärmt, bläst ein erheblicher Teil der armen Verwandtschaft in Europa weiter Trübsal.

Die Dauermisere vieler europäischer Banken lässt sich an zwei Kennzahlen ablesen: Der Börsenindex für die Banken in der Euro-Zone ist seit seinem Hoch im Januar diesen Jahres um rund 20 Prozent eingebrochen und erfüllt damit die Definition für einen Bärenmarkt.

Die schlechte Stimmung spiegelt sich auch im Verhältnis von Kurs und Buchwert wider. Ein Wert unter eins signalisiert, dass die Investoren den Bilanzen nicht über den Weg trauen, und derzeit liegt das Kurs-Buchwert-Verhältnis für Europas Banken bei etwa 0,7.

An den mittlerweile vertrauten Problemen – schwache Profitabilität und zu viele faule Kredite in den Bilanzen vieler Geldhäuser vor allem in den südlicheren Ländern – hat sich seit Jahresbeginn nichts geändert. Was also hat den Investoren die Stimmung verdorben?

Zwei Dinge, die eng zusammenhängen: Zu den hausgemachten Problemen kommt inzwischen noch das geopolitische Tohuwabohu hinzu. Führte der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Handelskrieg zu einer Abkühlung des globalen Wirtschaftswachstums, würde das die konjunktursensiblen Banken besonders hart treffen.

Geriete die Konjunktur ins Stocken, könnte das aber auch die Zinserhöhungspläne der Europäischen Zentralbank verzögern. Die Vorfreude auf ein möglichst schnelles Ende der Minuszinsen war aber einer der wichtigsten Gründe für den Optimismus der Investoren Anfang des Jahres. Jetzt sieht die ernüchternde Bilanz so aus: neue Chancen – keine; neue Risiken – reichlich.

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