Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Pompeos Europabesuch zeigt, wen die US-Amerikaner als ihre wahren Freunde betrachten

Der US-Außenminister ist mal wieder in Europa unterwegs. Berlin, Paris oder Brüssel spart der US-Außenminister bei seiner Europareise aber aus – das passt zu Trumps Politik. 
11.08.2020 - 16:18 Uhr 2 Kommentare
„Pompeos Reise ist ein Wohlfühlbesuch, reich an historischer Symbolik und schönen Bildern für den US-Wahlkampf, arm an Risiko.“ Quelle: dpa
US-Außenminister Mike Pompeo und seine Frau Susan auf Europa-Reise in Tschechien

„Pompeos Reise ist ein Wohlfühlbesuch, reich an historischer Symbolik und schönen Bildern für den US-Wahlkampf, arm an Risiko.“

(Foto: dpa)

Zum zweiten Mal binnen vier Wochen fliegt US-Außenminister Mike Pompeo nach Europa. Doch ein Zeichen für eine transatlantische Wiederannäherung ist das nicht. Vielmehr sendet Washington ein Signal der Abgrenzung, indem die US-Regierung Europa in gute und schlechte Partner unterteilt.

Ganze fünf Tage ist Pompeo unterwegs, aber Brüssel, Berlin oder Paris stehen nicht auf dem Programm. Stattdessen geht es exklusiv nach Polen, Tschechien, Slowenien und Österreich. Das sind Länder, mit denen die diplomatischen Beziehungen deutlich weniger im Argen liegen als etwa mit Deutschland. Pompeos Reise ist ein Wohlfühlbesuch, reich an historischer Symbolik und schönen Bildern für den US-Wahlkampf, arm an Risiko.

Unter anderen Umständen wäre der Schwerpunkt der Reise begrüßenswert, denn gerade osteuropäische Länder werden in der internationalen Politik häufig vergessen. Ein starkes Verhältnis zwischen Washington und Warschau ist ebenfalls positiv: Viele Polen sehen in den USA die Schutzmacht gegen eine russische Bedrohung, die an der Ostflanke der Nato seit Beginn der Ukrainekrise besonders stark wahrgenommen wird.

Aber die Reise hat eine vergiftete Vorgeschichte, das macht sie problematisch. Der Besuch steht für eine der wenigen Konstanten von Donald Trumps Außenpolitik: spalten statt vermitteln. Denn der US-Präsident nutzt Kontroversen innerhalb der EU immer wieder, um seine eigenen Interessen voranzutreiben, gerade in Wahlkampfzeiten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Dazu gehört, dass er im Konflikt um Nord Stream 2 amerikanische Flüssiggasexporte vorantreiben will. Dazu gehört auch, dass er im Kampf um die Tech-Hoheit gegen China die EU nicht als gemeinsamen Partner betrachtet, sondern sich einzelne Länder als Verbündete herauspickt. Der geplante Truppenabzug aus Deutschland, von dem etwa Polen profitieren soll, ist Ausdruck dieser spaltenden Strategie. Die Freundschaft der USA mit Polen und anderen Freunden entfaltet oft erst in der Abgrenzung zu Ländern wie Deutschland ihre volle Außenwirkung. 

    Natürlich sind die USA nicht schuld an den innereuropäischen Gräben. Es ist in erster Linie der Job der EU-Länder, sich in heiß umstrittenen Fragen wie dem Brexit, Flüchtlingen, Energieversorgung und dem Verhältnis zu China zusammenzuraufen. Zuweilen hatte der Druck aus Washington sogar einen positiven Nebeneffekt: Deutschland zum Beispiel wurde dazu gezwungen, sich klarer zu positionieren.

    Doch ein starker, verlässlicher Partner bleibt im Gespräch, hält Drähte offen und versucht zu vermitteln. All das ist unter Trump kaum passiert, weil es ihm aus seiner Sicht keinen schnellen Nutzen brächte.

    Mehr: Kommentar: Die Türkei führt der EU wieder einmal vor, wie weit der Weg zu einer gemeinsamen EU-Außenpolitik noch ist. Auch Deutschland trägt die Verantwortung dafür.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Pompeos Europabesuch zeigt, wen die US-Amerikaner als ihre wahren Freunde betrachten
    2 Kommentare zu "Kommentar: Pompeos Europabesuch zeigt, wen die US-Amerikaner als ihre wahren Freunde betrachten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Natürlich sind die USA nicht schuld an den innereuropäischen Gräben. "

      Das ist dreist! Wer hat denn den kalten Krieg vom Zaun gebrochen? Die Amis mit Atombomben und der Frisco-Konferenz zur Gründung der UNO. Da sich die Amis nach Roosevelt mit Truman und Eisenhower eben für Konfrontation statt Kooperation mit ihren Alliierten entschieden, geht der eiserne Vorhang doch klar auf deren Kappe.

      Das sind dieselben Kreise, die uns heute hinrichten möchten, weil wir nicht unser ganzes Geld bei denen abliefern (Stichwort: Nordstream II), sondern selber entscheiden möchten, wo wir unsere Energie kaufen.

    • ... verwunderlich, dass Italien bei Pompeos Reisezielen in Europa nicht dabei ist. Schließlich werden doch Kampfflugzeuge aus der Eifel nach Italien verlagert. Macht irgendwie Sinn, denn von Italien aus sind die natürlich super schnell in der Türkei, die als besonders schützenswertes NATO-Mitglied Trumpf speziell am Herzen liegen dürfte.
      Polen ist klar, mit der Verschiebung von Truppen weiter nach Osten kann Trump seinen Männerfreund Putin vielleicht noch ein bisschen motivieren im Gegenzug die Ukraine komplett zurück in die russische Föderation zu übernehmen und vielleicht dazu noch Weißrussland, damit die Opposition dort nicht noch weiter von demokratischen Träumereien fabuliert ...

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%