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Kommentar Powell sichert sich mit seiner Zinspolitik maximale Flexibilität

US-Notenbankchef Jay Powell hat die Kunst perfektioniert, sich nicht festzulegen. Viele Marktteilnehmer finden das frustrierend. Aber es ist richtig.
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Viele Marktteilnehmer finden es frustrierend, dass sich Amerikas oberster Währungshüter nicht in die Karten schauen lässt. Quelle: AP
Jerome Powell

Viele Marktteilnehmer finden es frustrierend, dass sich Amerikas oberster Währungshüter nicht in die Karten schauen lässt.

(Foto: AP)

New York Es ist eine Kunst, Fragen zu beantworten, ohne wirklich etwas zu sagen. Jay Powell, Chef des US-Notenbank Fed, hat sie perfektioniert.

Wann er mit den Zinssenkungen aufhören wolle, wurde er am Mittwoch gefragt. Schließlich hatte er gerade verkündet, zum zweiten Mal in Folge den Leitzins zu kappen. „Wenn wir glauben, dass wir genug getan haben“, entgegnete Powell.

Ob die Fed grundsätzlich dazu tendiere, die Zinsen eher weiter zu senken oder eher wieder zu erhöhen? Man werde von Fall zu Fall entschieden.

Viele Marktteilnehmer finden es frustrierend, dass sich Amerikas oberster Währungshüter nicht in die Karten schauen lässt. Vor allem, weil seine Vorgängerin, Janet Yellen, für ihre klare Kommunikation bekannt war und dafür geschätzt wurde.

Doch die Zeiten waren andere. Yellen konnte klar signalisieren, dass sie den Leitzins nach einer ungewöhnlich langen Nullzinsphase kontinuierlich wieder anheben wolle, solange der Aufschwung anhielt. Das tat sie dann auch ab Ende 2015.

Powell hat nicht den Luxus dieser Stabilität. Zwar hält der Aufschwung immer noch an, es ist der längste in der Geschichte der USA.

Doch die Wirtschaft sendet uneinheitliche Signale. Der Konsum steigt, aber die Industrie schwächelt, was vor allem auf Trumps Handelsstreit mit China zurückzuführen ist. Die Lage ist daher alles andere als vorhersehbar und Powell muss quasi im Dunkeln navigieren.

Präsident Trump polterte nach dem Zinsentscheid gegen die Fed, denn ihm gehen graduelle Zinssenkungen nicht weit genug. Er will zurück zur Nullzinspolitik. Auch gegen negative Zinsen wie in Europa hätte er nichts einzuwenden.
Dabei ist es Trump, der die Unsicherheit verbreitet, auf die die Fed reagiert. Es ist daher vollkommen richtig, dass Powell von Fall zu Fall entscheidet, wie er mit dem Leitzins umgehen will. Er will die Wirtschaft nicht mit einer zu lockeren Geldpolitik überhitzten, kann aber auch nicht tatenlos abwarten, bis sich die Stimmung verschlechtert.

Mehr: Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins auf einem Rekordtief. US-Präsident Trump wirft der EZB vor, mit Wertpapierkäufen den Wechselkurs zu manipulieren. Damit habe er gar nicht so unrecht, schreibt Hans-Werner-Sinn in diesem Gastkommentar.

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