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Kommentar Qiagen ist durch strategische Fehler zum Übernahmekandidaten geworden

Das deutsche Biotechunternehmen geht an den US-Konzern Thermo Fisher. Die lange verfolgte und teure Strategie von Qiagen ist nicht aufgegangen.
03.03.2020 - 16:58 Uhr Kommentieren
Die überschaubare Riege der deutschen Stars in der Branche wird damit kleiner. Quelle: dpa
Qiagen-Labor in Hilden

Die überschaubare Riege der deutschen Stars in der Branche wird damit kleiner.

(Foto: dpa)

Das Diagnostikunternehmen Qiagen wird voraussichtlich 2021 Teil des US-Konzerns Thermo Fisher. Über kurz oder lang wird es vom Kurszettel verschwinden, nachdem es mehr als dreieinhalb Jahrzehnte Biotechgeschichte in Deutschland mitgeschrieben hat.

Das ist bedauerlich. Denn die überschaubare Riege der deutschen Stars in der Branche wird damit kleiner. Und das vor dem Hintergrund, dass die Branche ohnehin mit der Abwanderung von immer mehr Expertenwissen in die USA kämpft, weil es dort mehr Kapital und risikofreudige Investoren gibt.

Doch für Sentimentalitäten hat die Ratio des Kapitalmarkts keinen Raum. Die Aktionäre können sich freuen, dass nun doch noch eine Übernahme für umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro zustande kommt, nachdem Qiagen Ende 2019 bereits alle Gespräche mit potenziellen Käufern abgesagt hatte.

Der einstige Biotechstar Qiagen ist angreifbar geworden: Die über Jahre mit viel (Geld-)Einsatz verfolgte Strategie, einen eigenen Next-Generation-Gensequenzierer neben Branchenriesen wie Illumina im Markt zu platzieren, ist nicht aufgegangen.

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    Mit seinem „GeneReader“ hatte Qiagen auf eine kleine flexible Lösung im Bereich der DNA-Sequenzierung gesetzt, tatsächlich fragte der Markt aber immer stärker die großen Geräte der führenden US-Wettbewerber nach.

    Im Oktober stoppte Qiagen die Strategie, die zu hohen Wertberichtigungen führte und dem Unternehmen 2019 einen Verlust bescherte. Mit dem Weggang des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Peer Schatz Anfang Oktober vergangenen Jahres verlor Qiagen zudem einen engagierten Fürsprecher für die weitere Selbstständigkeit.

    Vor diesem Hintergrund war eine Übernahme von Qiagen die logische Konsequenz und nur eine Frage der Zeit. Der Standort Deutschland und insbesondere der größte Unternehmenssitz Hilden können jetzt nur hoffen, dass, auch wenn der Name Qiagen von der Börse verschwindet, die Entwicklungs- und Produktionskapazitäten vor Ort bleiben.

    Mehr: Milliardendeal in der Biotechbranche: Thermo Fisher will Qiagen kaufen

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