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Kommentar Real droht jetzt ein Schrecken ohne Ende

Der angeschlagene Händler hat im Markt keine Chance. Die Aufteilung auf Wettbewerber wäre die bessere Lösung gewesen als ein Komplettverkauf.
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Real: Der Metro-Tochter droht Himmelfahrtskommando – Kommentar Quelle: dpa
Gemüseabteilung im Real-Markt

Metro will die Supermarktkette bis zum Sommer an Redos veräußern.

(Foto: dpa)

Auf den ersten Blick sieht es wie ein Erfolg aus: Auch wenn noch nicht alle Fragen geklärt sind und noch einige Verhandlungen zu führen sind, hat Metro voraussichtlich einen Käufer für die angeschlagene Supermarktkette Real gefunden. Im Grunde war dieses heruntergewirtschaftete Unternehmen fast unverkäuflich. Nur die 65 Immobilien im Schätzwert von etwa einer Milliarde Euro haben noch Interessenten angelockt.

Für das Immobilienunternehmen Redos dürfte sich der Deal lohnen. Die Immobilien passen perfekt in ihr Portfolio, für alle diese Standorte werden sich auch langfristig solvente Mieter finden. Und wenn der nach Schließungen und Verkäufen übrig bleibende Kern des operativen Geschäfts von Real nicht überlebensfähig ist, werden sie die Kosten für die Abwicklung auch in ihrer Rechnung einkalkuliert haben.

Denn genau das ist in der jetzt anvisierten Konstellation relativ wahrscheinlich. Metro hatte seine kränkelnde Tochter, die schon seit Jahren rote Zahlen schreibt, als potenzielle fünfte Kraft im deutschen Lebensmitteleinzelhandel angepriesen. Mit Verlaub, aber das ist eine Beleidigung für die Schwarz-Gruppe, Aldi, Rewe und Edeka, die mit einem schlüssigen Konzept, gut geführten Märkten und einem dichten Filialnetz ihre Kunden begeistern und Gewinne machen.

Real dagegen hat ein über die Jahre wahllos zusammengekauftes Filialportfolio in sehr unterschiedlichen Marktgrößen und sehr unterschiedlicher Standort-Qualität. Dazu kommt ein riesiger Modernisierungsstau, weil für die große Zahl an Filialen und angesichts fehlender Gewinne zu wenig Geld für Investitionen da war. Auch das Sortiment und die Erlebnisqualität in den Läden wurden erst in jüngster Zeit teilweise dem Niveau des Wettbewerbs angepasst.

In dieser Konstellation und angesichts des harten Wettbewerbs in der Branche hat Real keine ernsthafte Chance, alleine wieder in schwarze Zahlen zu kommen. Wenn jetzt sogar noch Filialen geschlossen werden, schrumpft das Einkaufsvolumen weiter, was Kostensenkungen noch schwieriger macht.

Es ist ein Himmelfahrtskommando: Statt einem Ende mit Schrecken, droht jetzt ein Schrecken ohne Ende – oder zumindest bis zur Insolvenz. Für Metro-Chef Olaf Koch hat ein Verkauf an Redos den oberflächlichen Charme, dass er den Mitarbeitern sagen kann, er habe alles getan, den operativen Betrieb als Ganzes und damit den Namen Real an den Märkten zu erhalten.

Doch im Grunde erweist er ihnen damit einen Bärendienst. Klar zu sagen, dass Real gescheitert ist und dann dafür zu sorgen, dass möglichst viele Filialen und damit Arbeitsplätze an Konkurrenten übergehen, wäre die bessere Lösung. Das würde zunächst schmerzen, aber es würde für viele Mitarbeiter eine sicherere Zukunft bringen.

Noch ist der Kaufvertrag nicht unterschrieben. Auch beim Verkauf von Kaufhof hatte Metro die Zukunft rosa gemalt und später kam das böse Erwachen. Den Fehler sollte das Unternehmen bei Real nicht nochmal machen.

Mehr: Der Metro-Konzern ist im Umbruch. Lesen Sie hier alle Artikel zum Handelskonzern aus Düsseldorf.

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