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Kommentar Renault, Nissan und Mitsubishi – der Neustart ist ein Rettungsversuch

Das Misstrauen zwischen den Partnern ist seit der Inhaftierung des einstigen Konzernchefs Carlos Ghosn gewachsen. Eine neue Struktur soll Vertrauen wiederherstellen.
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Mit einer neuen Struktur wollen die Unternehmen ihre Zusammenarbeit effizienter machen. Quelle: AP
Thierry Bollore (Renault), Jean-Dominique Senard (Renault), Hiroto Saikawa (Nissan), Osamu Masuko (Mitsubishi) (v.l.)

Mit einer neuen Struktur wollen die Unternehmen ihre Zusammenarbeit effizienter machen.

(Foto: AP)

ParisVon einem Neustart der Auto-Allianz Renault, Nissan und Mitsubishi haben die Chefs der drei Unternehmen am Dienstag gesprochen. Das stimmt, denn viele der bestehenden Machtpositionen und Strukturen werden durch die neue Führungsorganisation beseitigt.

Renault verzichtet auf den Vorsitz im Verwaltungsrat von Nissan, die Gesellschaft Renault-Nissan B.V., von den Franzosen dominiert, wird ersetzt durch ein neues Board, in dem das Konsensprinzip gilt. Neustart hat hier die Bedeutung, dass Renault seine einst machtvolle Stellung in der Allianz räumt.

Gleichzeitig muss man anerkennen, dass mit dem Neustart auch der Zerfall der Allianz abgewendet ist. Die Verhaftung von Renault-Nissan-Übervater Carlos Ghosn, die Veröffentlichungen über seinen mutmaßlichen Machtmissbrauch hatten eine Krise ausgelöst. Im schlimmsten Fall hätte Nissan seine Anteile an Renault aufstocken und damit die Renault-Beteiligung am eigenen Unternehmen wertlos machen können.

Das geschieht nicht. Nissan-Chef Hiroto Saikawa ritt am Dienstag zwar sehr darauf herum, dass die künftige Zusammenarbeit auf der Basis völliger Gleichberechtigung stehe. Aber auch er will die Kooperation fortsetzen. Die wird das neue Board steuern, in dem Renault, Nissan und Mitsubishi nach dem Konsensprinzip entscheiden. In konkreten Projekten wollen alle drei den Wert der Allianz steigern.

Die Projekte müssen sie nun aber erarbeiten beziehungsweise fortführen. Wenn man die Vorhaben kennt, kann man sehen, wie weit sich die Partner noch über den Weg trauen. Eine wichtige Aufgabe haben sie noch nicht anzupacken gewagt: die gegenseitigen Kapitalbeteiligungen und die Anpassung des Rahmenabkommens RAMA. In dem wurde bereits 2015 eine erste ernste Krise verarbeitet: Der französische Staat hatte ohne Absprache seine Anteile an Renault erhöht, damit seinen Einfluss auf Nissan gestärkt und die Japaner brüskiert.

Im RAMA musste Renault 2015 darauf verzichten, künftig die Mitglieder des Verwaltungsrates von Nissan zu benennen oder Entscheidungen gegen den Willen von Nissan zu treffen. Das Abkommen hat defensiven Charakter, jede Seite sichert sich gegen die andere ab. Die fundamentale Frage, wie die Allianz auf feste Füße gestellt werden könne, hat RAMA nicht beantwortet. Auch das neue Board löst sie nicht. Ghosn wollte in Richtung auf eine Fusion marschieren, das hat seinen Sturz beschleunigt, weil das den Japanern zu weit ging.

Die Lösung des Problems bleibt also in der Schwebe. Aber immerhin: Die drei Unternehmen der Allianz haben Zeit gewonnen und den Willen zur Zusammenarbeit bekräftigt. Am Dienstag wurde auch deutlich, dass allen Beteiligten eines klar ist: Die rasante Veränderung der Autoindustrie lässt ihnen keine Zeit, sich lange mit internen Problemen zu befassen. Die Qualität der Allianz wird sich an ihren Produkten beweisen, da stimmen Japaner und Franzosen überein.

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