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Kommentar Renditeanstieg bei Anleihen: Die Fed sollte die Märkte laufen lassen

Anders als die EZB stemmt sich die Fed besser nicht gegen den Anstieg der Renditen bei Staatsanleihen. Denn die Lage in den USA ist völlig anders als die in Europa.
12.03.2021 - 19:01 Uhr Kommentieren
Die US-Notenbank berät in der kommenden Woche über ihren weiteren Kurs. Quelle: Reuters
Fed-Chef Jerome Powell

Die US-Notenbank berät in der kommenden Woche über ihren weiteren Kurs.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) will laut Beschluss vom Donnerstag ihre Anleihekäufe beschleunigen. Damit stemmt sie sich gegen den Renditeanstieg bei Staatsanleihen. Ihre Entscheidung ist nachvollziehbar. Denn dieser Anstieg ist fast ausschließlich auf die Ansteckung aus den USA zurückzuführen und nicht auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone. In den USA entwickelt sich die Konjunktur dagegen viel besser. Die US-Notenbank (Fed) sollte daher die Märkte laufen lassen und sich dem Renditeanstieg nicht entgegenstellen. Letztlich ist der Anstieg dort ein Zeichen der wirtschaftlichen Normalisierung, er wirkt zugleich als Schutz vor einer möglichen Überhitzung.

Ökonomen schätzen für die Euro-Zone im laufenden Jahr das Wachstum auf rund vier Prozent. Zudem prognostiziert die EZB selbst, dass sie ihr Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent über viele Jahre weit verfehlen wird. Im laufenden Jahr erwartet sie aufgrund von kurzfristigen Effekten eine Rate von 1,5 Prozent, aber 2023 nur 1,4 Prozent. Daher wären höhere Renditen hier schädlich.

Für die USA erwarten Experten dagegen ein Wachstum von rund sieben Prozent. Selbst Ökonomen wie der frühere IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard, die Inflationsgefahren sonst entspannt sehen, warnen angesichts des 1,9 Billionen Dollar schweren Konjunkturpakets von Präsident Biden vor einer Überhitzung der Wirtschaft. Der Renditeanstieg wirkt dieser Gefahr entgegen, indem er automatisch dafür sorgt, dass bessere Wachstumsaussichten und steigende Inflationserwartungen zu strafferen Finanzierungsbedingungen führen. Solange es hier keine dramatischen Ausschläge gibt, kann die Fed sich zurückhalten.

Damit würde sie auch die Gefahr von Blasen an den Märkten mindern. Schon in der Vergangenheit hat sich bei vielen Investoren der Verdacht aufgedrängt, dass es einen sogenannten Fed-Put gibt, die US-Notenbank also gezielt in schwachen Phasen am Aktienmarkt reagiert und damit indirekt die Kurse stützt. Gerade im aktuellen Umfeld historisch relativ hoher Bewertungen wäre es fatal, wenn die Fed durch weitere Eingriffe diesen Eindruck verstärken würde. Für Investoren wäre das geradezu eine Einladung, sich an Spekulationsblasen zu beteiligen.

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    In diesem Punkt sind die USA anfälliger als Europa, weil dort viel mehr Leute Aktien halten. Dadurch ist die Wirtschaft ohnehin abhängiger von der Entwicklung an den Börsen. Umso wichtiger ist, dass die Fed diese Abhängigkeit nicht noch weiter verstärkt.

    Mehr: EZB will Tempo ihrer Anleihekäufe erhöhen und erwartet höhere Inflation

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