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Kommentar Russland lockt und schreckt gleichzeitig ab

Putins Reich ist ein attraktiver Markt für deutsche Firmen. Doch inzwischen stößt der Kreml mit seiner Strategie auch viele Unternehmer ab.
18.02.2020 - 11:22 Uhr Kommentieren
Russland will den Rückstand in Wirtschaft und Forschung nun mit Zwang aufholen. Anlocken von Investoren lautet die Strategie der sogenannten Lokalisierung. Quelle: dpa
Kunst vor dem Kreml in Moskau

Russland will den Rückstand in Wirtschaft und Forschung nun mit Zwang aufholen. Anlocken von Investoren lautet die Strategie der sogenannten Lokalisierung.

(Foto: dpa)

An Russland muss man einfach glauben. Dieses alte Sprichwort hat viele deutsche Firmen lange am russischen Markt festhalten lassen. Doch ein Viertel der zuvor im Riesenreich vertretenen deutschen Unternehmen hat sich seit 2014 zurückgezogen. Und das, obwohl sich der größte Flächenstaat der Welt wirtschaftlich wieder etwas erholt hat und mit dem Freihandelsverbund Eurasische Wirtschaftsunion auch die asiatischen Teile der früheren Sowjetunion und damit Millionen neuer Kunden hinzubekommen hat.

Russland ist zweifellos ein wichtiger Markt für deutsche Firmen. Das Land lockt mit gewaltigen Reserven von Öl, Gas, Kohle, Holz, Erzen und Mineralien und generiert daraus Milliardeneinnahmen. Doch der Rohstoffreichtum hat eine politische und wirtschaftliche Oligarchen-Klasse geschaffen, die Russland in weiten Bereichen verlorene Jahrzehnte beschert hat. Zwar wird Wladimir Putin dafür gelobt, sein Land stabilisiert zu haben. Doch diese Stabilität ist häufig Stagnation.

So wächst die russische Wirtschaft deutlich geringer als andere große Schwellenländer. Mit dem Google-Pendant Yandex, dem größten Geldhaus in ganz Osteuropa, Sberbank, dem IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky und modernisierten Industriekonzernen gibt es zwar herausragende innovative Firmen. Doch das reicht nicht für die hochtrabenden Ambitionen des Staates, sich etwa unabhängig von ausländischer IT zu machen. Russland bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Dass zu wenig Wettbewerb in vielen Branchen herrscht und die Tendenz zu immer mehr Verschlossenheit geht – wie etwa die Schaffung eines abgeschotteten russischen Internets zeigt –, bremst die Innovationskraft und das Wachstumspotenzial in Putins Reich. „Braindrain“, die Abwanderung kluger Köpfe, wird zum Massenphänomen. Die zunehmende politische Repression verschreckt die Intelligenzija. Und der abgeschottete russische Markt ist zu klein, um genug in Forschung und Innovation zu investieren.

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    Russland will den Rückstand nun mit Zwang aufholen. Anlocken von Investoren lautet die Strategie der sogenannten Lokalisierung. Doch dabei setzt der Kreml inzwischen Mittel ein, die abschrecken: Um weiterhin Aufträge des noch immer überbordenden russischen Staats zu bekommen, müssen ausländische Firmen de facto ihre Patente gleich in Moskau abliefern.

    Ausländische Unternehmen sollen ihre Produkte der neuesten Generation in Russland herstellen, statt sie an ihren Heimatstandorten zu produzieren und von dort zu exportieren. Das hat das viel größere China früher auch erzwungen – deutsche Firmen sind da gebrannte Kinder. Russland verschreckt mit dem Vorgehen die Investoren, die es eigentlich anlocken will.

    Mehr: Russlands Handelsminister verspricht im Interview Wachstum über Zuwachsraten der Weltwirtschaft

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