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Kommentar Ryanair stellt sich neu auf – und emanzipiert sich von Chef O'Leary

Die Billigairline veröffentlicht schwache Zahlen und plant eine neue Organisationsstruktur. Diese Holdingstruktur hätte gleich mehrere Vorteile.
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Hinter den Kulissen von Ryanair findet gerade ein Umbruch statt: Die irische Airline bekommt eine neue Organisationsstruktur. Quelle: dpa
Ryanair-Flieger

Hinter den Kulissen von Ryanair findet gerade ein Umbruch statt: Die irische Airline bekommt eine neue Organisationsstruktur.

(Foto: dpa)

Spartanisch eingerichtete Flugzeuge und ein Kabinenpersonal ohne glamouröse Arbeitskleidung: Willkommen in einer Maschine von Europas größtem Billigflieger Ryanair. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Passagiere dieses Fliegers weniger für ihre Tickets bezahlt haben als bei der Konkurrenz, ist groß – und das trotz Zusatzgebühr für Extraleistungen wie einen reservierten Sitzplatz und einen kleinen Koffer.

Alles wie erwartet, könnte man meinen. Ryanair ist und bleibt Ryanair. Aber der Schein trügt: Hinter den Kulissen findet gerade ein Umbruch statt. Die irische Airline bekommt eine neue Organisationsstruktur.

Bisher ist die Ryanair Holding plc. eine börsennotierte Gesellschaft der Airline, doch sie hat keine eigenständigen Beteiligungen unter sich. Das soll sich im kommenden Jahr ändern. Ryanair wird in vier Tochtergesellschaften aufgespalten: In die irische Fluggesellschaft Ryanair, die polnische Fluggesellschaft Ryanair Sun, die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion und die britische Fluggesellschaft Ryanair UK. Michael O´Leary, der bisher Vorstandsvorsitzender der einzigen Gesellschaft war, wird zum Chef der Holding.

Es ist eine Struktur, die der von International Airline Group (IAG) ähnelt. Die britisch-spanische Holding vereint ebenfalls eigenständige Fluggesellschaften mit eigenem Management unter sich, wie etwa British Airways, Iberia, Vueling und Aer Lingus.

Eine solche Holdingstruktur hat mehrere Vorteile. Der wohl größte in der heutigen Zeit: Sie erleichtert die Übernahme anderer Unternehmen. Ein Faktor, der gerade im Moment, in dem die europäischen Airlines vor einer Konsolidierungswelle stehen, nicht zu unterschätzen ist. Dass dieser Aspekt für Ryanair eine Rolle spielt, haben die vergangenen Jahre, in der die Iren Laudamotion geschluckt und Ryanair Sun aufgebaut wurde, gezeigt.

Ein weiterer Vorteil: Machen die Mitarbeiter einer Tochtergesellschaft Ärger, beispielsweise indem sie mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen fordern, kann das Management andere Tochtergesellschaften dagegen ausspielen und etwa drohen, nur in „brave“ Töchter zu investieren. Auch das ist ein Faktor, den das seit Monaten mit Gewerkschaften hart verhandelnde Ryanair-Management sicher im Blick hatte.

Natürlich hat die Holding auch Nachteile, gerade für Ryanair. Sie macht die Führung des Unternehmens komplexer und verlagert einen großen Teil der Verantwortung an die Manager der Tochtergesellschaften. Für einen Chef wie Ryanair-Vorsitzender Michael O´Leary, der als Kontrollfreak gilt, ist die Umstrukturierung damit bestimmt kein leichter Schritt.

Aber Ryanair wird erwachsen. Die Abnabelung von der Person Michael O`Leary in Folge dieser Entwicklung ist unumgänglich. Denn selbst wenn der heute 57-Jährige noch mindestens bis Mitte 2024 an Bord bleiben wird, werden sich auch die Investoren umgewöhnen müssen.

An diesem Montag fokussierten sie sich zunächst auf die unmittelbaren Entwicklungen bei Ryanair: Die schwachen Quartalszahlen, die zusammen mit der Umstrukturierung veröffentlicht wurden. Zum ersten Mal seit Jahren flog Ryanair im Quartal einen Verlust ein. Für die Fluggäste wird sich aber nichts ändern. Denn wo Ryanair draufsteht, wird auch künftig Ryanair drin sein.

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