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Kommentar Sanktionen gegen europäische Firmen: Thank you, Mr. President!

Donald Trump wird wegen seiner neuen Sanktionen gegen die Pipeline Nord Stream 2 angefeindet. Dabei können sich Europas Energiekonsumenten darüber freuen.
01.01.2020 - 16:34 Uhr 3 Kommentare
Durch die Politik der USA wird Erdgas in Europa billiger. Quelle: AFP
Donald Trump

Durch die Politik der USA wird Erdgas in Europa billiger.

(Foto: AFP)

Wenn der Name Donald Trump fällt, ist meist keine sachliche Diskussion mehr möglich. Zu sehr zieht der US-Präsident automatisch Kritik auf sich. So auch im Falle der jüngsten Sanktionen gegen die russische Ostseepipeline Nord Stream 2.

Unisono und mit noch harscheren Tönen als früher verurteilten deutsche Unternehmensvertreter und Politiker die US-Strafandrohungen. Die amerikanische Entscheidung wurde denunziert, als sei sie nur getroffen worden, um „teures und dreckiges Fracking-Gas aus den USA“ in den europäischen Markt zu drücken.

Diese Argumente greifen bewusst zu kurz. Das Geschäft der Kritiker von Trumps Energiepolitik ist keineswegs so sauber, wie sie es gern darstellen. Der US-Präsident erzürnt die hiesigen Unternehmen nicht wegen ihrer Sorgen um die Umweltbilanz, sondern um ihre finanzielle Bilanz.

Trump macht vielen europäischen Energieversorgern mit seiner Politik einen Strich durch die Rechnung. Europas Energiekonsumenten dagegen können sich freuen: Sie haben allein 2018, auch zulasten der Umsätze von Importeuren, Versorgern und Energiekonzernen, acht Milliarden Dollar gespart.

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    Erdgas ist in Europa so billig wie seit 15 Jahren nicht mehr: Der vom Kreml kontrolliert russische Gasriese Gazprom musste kürzlich einräumen, dass er Erdgas für 169,8 Dollar pro 1000 Kubikmeter liefert. Dazu hat zwar die EU-Energiepolitik beigetragen, die die von Gazprom betriebene Koppelung des Gaspreises an den Ölmarkt durchkreuzte.

    Konkurrenz belebt das Geschäft

    Vor allem aber ist der niedrige Preis der Sieg eines zutiefst marktwirtschaftlichen Prinzips: Konkurrenz belebt das Geschäft. Durch Trumps Maßnahmen bekam russisches Pipelinegas verstärkte Konkurrenz durch verflüssigtes Erdgas (LNG) vor allem aus Katar und eben den USA. Russland konnte die Preise nicht länger mit seinen monopolartigen Langfristverträgen bestimmen.

    Um die neuen Rivalen zu desavouieren, wird LNG als „dreckig“ gebrandmarkt. Das stimmt zumindest im Falle Katars – des weltgrößten LNG-Exporteurs – nicht. In den USA entstehen durch die Fracking-Technologie, bei der ein Chemikaliencocktail ins Erdreich gepresst wird zum Aufbrechen von Gesteinsschichten und Herausdrücken von Gas, erhebliche Umweltschäden.

    Aber auch russische Konzerne sind nicht für wirksamen Umweltschutz bekannt. Vielmehr fördert der Staatskonzern Gazprom im Verbund mit europäischen Partnern Gas in ökologisch äußerst sensiblen Regionen.

    Die lauten lokalen Wehklagen gegen die US-Energiepolitik mögen noch einen anderen Grund haben. Anders als Konkurrenten aus Italien, Frankreich und den Golfstaaten sind deutsche Konzerne nicht stark im US-Energiegeschäft investiert. Wenn es dort also aufwärts geht, geschieht das ohne sie. Das schmerzt.

    Mehr: Laut dem US-Präsidenten soll das partielle Handelsabkommen zwischen China und den USA Mitte Januar unterschrieben werden. Das teilte Trump per Twitter mit.

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    3 Kommentare zu "Kommentar: Sanktionen gegen europäische Firmen: Thank you, Mr. President!"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • War dieser Artikel jetzt,äh, ironisch gemeint? Diese Pipeline wird kommen, möglicherweise etwas später, aber sie wird nicht mehr zu verhindern sein. Das liegt auch daran, daß Rußland einen Sch..ß auf amerikanische Sanktionen gibt.
      Seit einigen Jahren lebt Rußland nun schon mit umfassenden wirtschaftlichen Sanktionen und kommt doch irgendwie klar. Das nötigt mir durchaus Respekt ab.
      Man stelle sich vor, was da möglich wäre, ohne Sanktionen."Honi soit qui mal y pense"

    • Das was ich hier in diesem Kommentar lese ist da Dümmste was ich je gelesen habe. Deutschland soll sich bei Trump für sein imperialistisches Machtgehabe mit Sanktionen gegen europäische Firmen bedanken. Gehts noch?? Es hat auch nichts mit Marktwirtschaft zu tun wie hier suggeriert wird, wäre das teure und dreckige Fracking-Gas aus den USA tatsächlich Wettbewerbsfähig, würde es sich ohne Drohungen seitens der USA durchsetzen, auch in Deutschland. Freier Welthandel bedeutdet, jeder kann seine Waren dort kaufen wo er will. Der US-Imperialismus geht über in einen Kolonialismus der Europäer. Die USA entscheiden als oberster Diktator was wir tun oder nicht tun dürfen.
      Was ich im HB mit diesem Kommentat lese hat überhaupt nichts mit Qualitäts-Journalismus mehr zu tun. Ich halte auch nichts vom Trump-Bashing aber genauso wenig davon Herrn Trump die Stiefel zu lecken. Länder/Nationen haben keine Freunde sondern Interessen, die die Regierungen zu verfolgen und umzusetzen haben. Nur die deutsche Regierung mit Fr. Merkel kuscht.

    • Sie bringen kein Argument warum die Sanktionen gerechtfertigt oder wirksam sein könnten. Stattdessen verbreiten Sie Allgemeinplätze wie ‚Konkurrenz belebt das Geschäft‘. Erstens ist die spannende Frage wer wo auf der Welt Sanktionen verhängen sollte, schließlich ist die USA überhaupt nicht beteiligt an Nord Stram 2. Zweitens müsste man fragen warum durch eine Verzögerung von Nord Stream 2 der Gaspreis nachhaltig sinken sollte, ökonomisch oder politisch lässt sich das nicht begründen. Drittens, LNG Terminals gibt es in Europa bereits jetzt mehr als genug. Wenn Gas aus Katar oder USA billiger als Gazprom aus Russland wäre oder würde, steht einem Marktzugang von LNG nichts im Weg.

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