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Kommentar Saudi-Arabien hat sich im Öl-Poker verzockt

Die zähen Verhandlungen haben die ohnehin brüchige Ölallianz Opec plus weiter geschwächt. Die saudischen Verhandlungsführer haben großen Anteil daran.
13.04.2020 - 15:47 Uhr Kommentieren
Die Opec-plus-Allianz ist extrem geschwächt. Quelle: imago images/ZUMA Press
Ölpumpen in Nordamerika

Die Opec-plus-Allianz ist extrem geschwächt.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Auf dem Papier sieht es so aus, als habe sich Saudi-Arabien durchgesetzt: Unter der Verhandlungsführung des Königreichs haben sich die 23 Ölstaaten der Opec-plus-Allianz über Ostern zu einem historischen Deal zur Rettung der Ölmärkte durchgerungen.

Sie nehmen knapp zehn Prozent des weltweiten Ölangebots vom Markt, indem sie ihre Produktion drosseln. So viel wie noch nie. Auch die USA und Kanada fahren ihre Ölförderung zurück. Doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Saudi-Arabien hat sich verzockt. Der Ruf des Ölstaats als Zentralbank der Ölmärkte hat gelitten, und auch das Opec-Kartell ist schwächer denn je.

Am Ostersonntag kassierte der saudische Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman die dritte diplomatische Niederlage innerhalb weniger Wochen. Er hatte seit Donnerstag darauf gedrungen, dass alle Opec-plus-Staaten den von ihm präsentierten Deal abnicken. Doch Mexiko weigerte sich bis zuletzt und brachte das Abkommen an den Rand des Kollapses.

Das Land ist ein Zwerg am Ölmarkt, sein Anteil an der weltweiten Ölproduktion beträgt nicht einmal zwei Prozent. Trotzdem konnte sich Mexiko gegen die Saudis durchsetzen und seine individuellen Förderkürzungen reduzieren.

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    Bereits am Karfreitag hatte Saudi-Arabien eine diplomatische Niederlage einstecken müssen. Das Königreich wollte die Ölexportländer außerhalb der Opec-plus-Allianz an den Förderkürzungen beteiligen. Weitere fünf Prozent der weltweiten Ölproduktion sollten Länder wie die USA, Kanada oder Brasilien vom Markt nehmen.

    Doch bei einer als „Notfall-Meeting“ bezeichneten Konferenz konnten sich die Energieminister der 20 größten Industriestaaten (G20) auf keine konkreten Maßnahmen gegen den Ölpreisverfall einigen.

    Am Ende des Treffens stand eine wachsweiche Abschlusserklärung. Bereits Anfang März geriet das Gipfeltreffen der Opec-plus-Staaten unter der Verhandlungsführung der Saudis zum Desaster.

    Ölminister Abdulaziz bin Salman preschte mit Forderungen vor, die Russland ablehnte. Es wurde der Auftakt für einen vier Wochen währenden Preiskrieg, der die Ölbranche in eine tiefe Krise gestürzt und die Währungsreserven von Saudi-Arabien und Russland enorm beansprucht hat.

    Die Zukunft der Opec-plus-Allianz steht angesichts der Führungsschwäche der Saudis unter keinem guten Stern. Die Sonderregelung für Mexiko sowie die Privilegien, die Saudi-Arabien und Russland für sich selbst herausgehandelt haben, dürften dazu führen, dass andere Mitgliedstaaten die Förderkürzungen nicht ernst nehmen. Die Ölmärkte jedenfalls sind von dem historischen Deal nicht überzeugt: Zum Handelsauftakt drehten die Ölpreise leicht ins Minus.

    Mehr: Die Märkte reagieren verhalten auf den historischen Opec-Deal.

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