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Kommentar Saudi-Arabien muss sich fit machen für die Zeit nach dem Öl

Mit aller Macht will das Königreich sein Image aufpolieren. Dafür muss es seinen Reformkurs fortführen. Scheitert der, wären die Folgen verheerend.
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Dem saudischen Kronprinzen wird vorgeworfen, den Mord am Journalisten Jamal Khashoggi in Auftrat gegeben zu haben. Quelle: dpa
Mohammed bin Salman

Dem saudischen Kronprinzen wird vorgeworfen, den Mord am Journalisten Jamal Khashoggi in Auftrat gegeben zu haben.

(Foto: dpa)

Die saudische Regierung will im kommenden Jahr deutlich mehr ausgeben, als der aktuelle Ölpreis an erwartbaren Einnahmen des weltgrößten Ölkonzerns Saudi Aramco hergibt. König Salman will seine Untertanen mit Milliarden ruhigstellen angesichts vielfältiger Probleme, die das Land überkommen haben wie sonst die Sandstürme.

Das birgt Risiken: Der für 2019 geplante Haushalt könnte schnell Makulatur werden, denn er basiert auf einem illusorisch hoch erscheinenden Ölpreis von 80 Dollar je Barrel.

Seit dem Auftragsmord an dem oppositionellen Journalisten Jamal Khashoggi, der Salmans Sohn, Kronprinz Mohammed, zugeschrieben wird, herrscht im zuvor deutlich belebten Land Stillstand statt Aufbruch, dröhnendes Schweigen statt lauten Schmiedens von Zukunftsplänen.

Natürlich sind die milliardenschweren Währungsreserven und die aktuellen Öleinnahmen so hoch und die Auslandsverschuldung mit 21,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts so gering, dass ein von Ökonomen herbeigeredeter Staatsbankrott des bedeutendsten Petrostaats der Welt Unsinn ist. Aber wenn der Ölpreis weiter absackt, müssten wohl die Benzinpreise erhöht und die vom König gerade verlängerten Gehaltszulagen für seine Landsleute wieder gestrichen werden.

Dann käme zu der existierenden massiven Vertrauenskrise eine veritable Wirtschaftskrise – und wohl ein Aufbegehren der Königskinder gegen den Kronprinzen. So unwohl einem aber ist bei dem Gedanken, der Kronprinz habe einen Oppositionellen brutalstmöglich ermorden lassen, so sehr muss einem Angst werden bei der Vorstellung, dass sein Reformweg zur Sackgasse würde.

Ob der Kronprinz abtreten muss wegen des Mordes, ist dabei eine Seite der Medaille – auf der anderen muss in jedem Fall eine Fortsetzung seines Reformkurses eingraviert sein.

Denn die größte Volkswirtschaft am Golf muss sich dringend erneuern und fit machen für die Zeit nach dem Öl. Sie muss Millionen junger Menschen mehr bieten als radikalen wahhabitischen Islam, Ausweglosigkeit und zweifelhafte Vorbilder der Vergangenheit, wie Terrorchef Osama bin Laden.

Es steht extrem viel auf dem Spiel im Königreich: Es bestimmt als wichtigste Wirtschaft der Region, als militärische Macht und als Hüter der heiligen Stätten Mekka und Medina die Geschicke weit über die Wüsten der Arabischen Halbinsel hinaus.

Sollte der Aufbruch in einem reichen Staat wie Saudi-Arabien scheitern und dort die Modernisierung überkommener islamischer Wertvorstellungen ausgebremst werden, stünden Millionen Moslems auf. Gegen diesen politischen Sturm wäre der gescheiterte Arabische Frühling nur ein laues Lüftchen gewesen.

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