Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Saudi Aramco wird zur Melkkuh der Monarchen

Der Ölriese beschert dem saudischen Könighaus satte Renditen. Doch die Monarchen müssen aufpassen, dass sie den Konzern nicht zu sehr schwächen.
Kommentieren
Der Ölkonzern Saudi Aramco bleibt hochprofitabel. Quelle: AP
Ölförderung

Der Ölkonzern Saudi Aramco bleibt hochprofitabel.

(Foto: AP)

Es war eine besondere Premiere: An diesem Montag stellte der weltgrößte Ölkonzern erstmals seine Zahlen öffentlich vor und diskutierte sie mit Analysten und Investoren. Bisher galt der Ölriese aus der arabischen Wüste als Privatschatulle des Königs.

Die neue Offenheit dient dem Plan, dass Saudi Aramco ein normaler Konzern werden und so schnell wie möglich an die Börse gehen soll. Bisher hat er nur Anleiheinvestoren versammelt, die die mit zwölf Milliarden Dollar größte Unternehmensanleihe eines Emerging-Markets-Konzerns gezeichnet haben. Der Verkauf von fünf Prozent der Aktien soll aber sogar 100 Milliarden Dollar einbringen. Möglicherweise ist es schon nächstes Jahr so weit, nachdem die Pläne für dieses Jahr noch gestrichen worden sind.

Eile scheint aber geboten. Denn der vor dem Hintergrund der Sorgen um die Weltkonjunktur sinkende Ölpreis ist gerade für Saudi-Arabien angesichts der anhaltend großen Ölabhängigkeit eine enorme Herausforderung. Das belegt der mit einem Minus von zwölf Prozent deutlich gesunkene Gewinn – und die geschrumpften Steuerabgaben des Konzerns an den Staat belegen das noch mehr.

Aramco bleibt trotzdem der weltweit profitabelste Konzern, stellt auch Apple oder Google-Mutter Alphabet in den Schatten, westliche Ölkonzerne sowieso. Denn obwohl das Unternehmen dem König gehört, ist es gut gemanagt mit teilweise exzellenten Kennziffern in Sachen Produktionskosten, Forschungsausgaben und Patentanmeldungen.

Der Gewinnrückgang ist tatsächlich größtenteils dem Preisverfall am Ölmarkt geschuldet. Und Aramco ist bei seinen Exporten an die Vorgaben des Staates und die von diesem im Rahmen des Ölkartells Opec und seiner Partner gemachten Ausfuhrmengenbegrenzungen gebunden.

Das Königshaus als mächtiger Eigner muss aufpassen, dass es aus Aramco nicht zu viel für den Staatshaushalt und all die Prinzen-Apanagen herausholen will. König Salman und Kronprinz Mohammed brauchen Milliarden, um mit Investitionen in moderne, vom Öl unabhängige Wirtschaftszweige das Land fit für die Zukunft zu machen. Aber auch, um mit billigem Benzin, Wasser und Strom die Königskinder bei Laune zu halten.

Doch auch die Firma selbst braucht erhebliche Mittel, um sich modernisieren zu können: Milliarden für Raffinerien und Beteiligungen an Petrochemiekonzernen, um das Öl werthaltiger nutzen zu können. Milliarden für den Ausbau der Gassparte und für die Suche nach neuen Ölfeldern und die Modernisierung bestehender Ölquellen, deren Ausstoß teilweise bereits sinkt. Nicht zuletzt aber auch Milliarden für Forschung, um Öl und Gas weniger klimaschädlich zu machen.

Mehr: Saudi-Arabiens Ölriese ist trotz Gewinnrückgang noch immer das profitabelste Unternehmen der Welt – und will sein Geschäft nun weiter ausweiten.

Startseite

0 Kommentare zu "Kommentar: Saudi Aramco wird zur Melkkuh der Monarchen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote