Kommentar Schmerzliche Entscheidung

Mit 3000 Euro Entschädigung wird Kindsmörder Magnus Gäfgen für in der Haft erlittene Repressalien entschädigt. So schmerzlich das Urteil auch ist: Es ist ein Gewinn für den Rechtsstaat.
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Oliver Stock, Ressortleiter Finanzen des Handelsblatts. Quelle: Pablo Castagnola

Oliver Stock, Ressortleiter Finanzen des Handelsblatts.

(Foto: Pablo Castagnola)

So weh es tut: Die Entscheidung der Richter, dem Kindsmörder Magnus Gäfgen Entschädigung zuzusprechen, ist konsequent. Als Gäfgen vernommen wurde und ihm jene Polizisten, die den Aufenthaltsort des von ihm entführten Bankierssohns wissen wollten, Folter androhten, war Gäfgen nichts weiter als ein Verdächtiger. Er stand noch nicht vor dem Richter und er war schon gar kein verurteilter Mörder. Für ihn musste die Unschuldsvermutung gelten. Deswegen ist die Androhung von Folter alles andere als eine gerechtfertigte Vorgehensweise der Polizisten gewesen - so verständlich sie auch gewesen ist.

Niemand hätte sich über die Entschädigungs-Forderung eines Verdächtigen aufgeregt, der am Ende doch unschuldig gewesen wäre. Dem Landgericht in Frankfurt blieb folglich nicht viel anderes übrig, als Gäfgen eine Entschädigung zuzusprechen, die mit einer Höhe von 3000 Euro auch eher Symbolwert hat. Letztlich haben die Richter damit unser Rechtssystem gestärkt, das ohne Ansehen der Person jedem seine Rechte und Pflichten auferlegt.

Auf einem anderen Blatt steht, wie das Verhalten eines Mörders zu bewerten ist, der dieses Rechtssystem für seine Zwecke ausnutzt. Schnell wird klar: Dieser Mann geht über Leichen. Er bereut nichts. Da wo er sitzt, sitzt er richtig.

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7 Kommentare zu "Kommentar: Schmerzliche Entscheidung"

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  • Ein fulminanter Sieg des Rechtsstaates und grandioser Ausdruck seiner Überlegenheit. Recht und Rache sind zum Glück in unserer Rechtsordnung getrennt. Erschreckend sind vor allem die Kommentare, die hier zu lesen sind. Das geht inhaltlich nicht sehr viel tiefer als Kommentare zu Verbrechen gegen die Revolution oder die Volksgemeinschaft. Die Kommentare sind ein Lehrstück dafür, wie dünn die Kruste des Rechtstaates wird, wenn man sich als Rächer eines Kindes zu produzieren glauben kann. Ein wenig habe ich das Wort "Steinigung" vermisst. Gäfgen ist ein Arschloch, so what ?

  • Der ARtikel ist völlig daneben.
    Der Auto scheint der jungen stramm linken Gutmenschen-Generatin anzugehören
    Kinder hat er offenbar auch nicht, denn dann würde er so einen Müll nicht schreiben.
    Das Wort Rechtsstaat ist in diesem Zusammenhang ad absurdum geführt worden

  • nach gesetz bleibt auch fehlerhafte "erste hilfe" garantiert straffrei (entgegen unterlassener hilfeleistung). warum erkennt niemand, dass die art und weise der polizei, das leben des jungen opfers retten zu wollen einer solchen ersten hilfeleistung zuzuordnen ist?

  • Diese Entscheidung ist noch mal ein Schlag ins Gesicht für die Eltern des Jungen! Für mich haben solche Leute jegliche Rechtsansprüche ihrer Person gegenüber verloren! Wo bleiben die Rechte des Jungen der sein Leben noch vor sich hatte. Nicht nur dass er uns nun jahrelange viel Geld kostet, wir, die Steuerzahler sollen Ihm noch was dazu geben - Das hat nicht alleine was mit Gerechtigkeit zu, Moral, Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit in Deutschland muss man so langsam suchen, bzw. machen Leuten wieder mal erklären.

  • Ein harter Preis für ein wenig Symbolwert! Welcher Wert oder welches Recht steht denn für die Hinterbliebenen?
    Im Namen des Volkes, hier bin ich ausnahmsweise nicht das Volk.

  • Im Hauptartikel wird darauf hingewiesen, dass es sich um Schadensersatz handelt und das Verlangen nach Schmerzensgeld abgelehnt wurde. Diese zwei Sachen sind doch sehr unterschiedlich und sollten auch in Ihrem Kommentar beachtet werden, oder?

  • Der Steuerzahler muß nicht nur die 3000,00 € aufbringen, sondern auch auch die Kosten für seinen Knastaufenthalt (Essen, Trinken, Kleidung, ärztliche Versorgung, usw.).
    Wie wäre es mit einem Sonderurlaub in der Karibik? Natürlich auch auf Kosten der Allgemeinheit.

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